Das Land den Bauern! Organisiert die LandarbeiterInnen!

Der Kapitalismus bedeutet Elend nicht nur für die städtische, sondern auch die ländliche Bevölkerung. 85% der weltweit 450 Millionen Bauernhöfe werden von Kleinbauern mit weniger als 2 Hektar Land betrieben. Hinzu kommen noch 800 Millionen Menschen, die im städtischen Bereich Landwirtschaft betreiben (davon sind 150-200 Millionen haupterwerbstätige Bauern), 410 Millionen Menschen, die in den Wäldern und Savannen leben und arbeiten, 190 Millionen Hirten und über 100 Millionen Fischer. Darüberhinaus gibt es noch hunderte Millionen landlose Bauern und LandarbeiterInnen.


Die Existenz der armen und landlosen Bauern wird immer mehr gefährdet durch das gierige Großkapital, das sich im niedergehenden Kapitalismus immer dreister auf Kosten der Bauern bereichert. Die ungleiche Verteilung des Bodens war und ist extrem: in Brasilien z.B. besitzen 26.000 Großgrundbesitzern 50% der Agrarfläche. Große Teile ihrer Ländereien werden jedoch nicht oder nur unzureichend für die Landwirtschaft genutzt. Gleichzeitig gibt es 12 Millionen landlose Bauern.

Die Unterdrückung der Frauen spiegelt sich in der Landwirtschaft darin, dass sie zwar knapp die Hälfte der Beschäftigten stellen, aber nur über 5% des Bodens verfügen.


Doch die Bauern leiden nicht nur unter der Raffgier der Großgrundbesitzer. Sie sind ebenso Opfer der vom Monopolkapital und den Finanzkapitalisten beherrschten Marktwirtschaft. Die extremen Preisschwankungen treffen die Bauern ebenso hart wie die durch die Konzerne erzwungene Umstellung der Landwirtschaft auf Monokulturen. 70 Länder sind bereits nicht mehr in der Lage, die für ihre eigene Bevölkerung notwendige Menge an Nahrungsmittel herzustellen. Weiters bereichern sich die Banken durch die Schuldenfalle, in der sich die meisten Bauern befinden. Hinzu kommt noch der rapide Ankauf gewaltiger Landflächen durch Konzerne und Investmentfonds, oft zu rein spekulativen Zwecken. Alleine in den Jahren 2008 und 2009 wurden weltweit 80 Millionen Hektar Land in den halbkolonialen Ländern von Investoren gekauft.


Der Kampf für die Befreiung der armen Bauern muss sich in erster Linie gegen die Großgrundbesitzer, die Banken und das Monopolkapital richten. Es ist daher ein Kampf, der international geführt werden und sich gegen die Grundlagen des Kapitalismus richten muss. Die arme Bauernschaft muss daher aus ureigenstem Interesse den Weg zum Sozialismus gemeinsam mit und unter Führung der ArbeiterInnenklasse beschreiten.


Wichtige Forderungen sind hierbei der Kampf zur Brechung der Herrschaft von Großgrundbesitzer, Banken und Monopolkapital und letztlich deren Enteignung. Das Land muss verstaatlicht und zur Nutzung auf die armen und landlosen Bauern aufgeteilt werden. Gleichzeitig kämpfen wir für eine radikale und nachhaltige Umgestaltung der Landwirtschaft – weg vom Raubbau der Konzern-diktierten und rein Export-orientierten Monokulturen und hin zu einer diversifizierten und nachhaltigen Landwirtschaft. Der verstärkte Betrieb von Landwirtschaft im städtischen Bereich ist grundsätzlich zu begrüßen, um die starre Trennung von Stadt und Land aufzuheben. Aber nur dann, wenn es nicht ein verzweifeltes Mittel zum Überleben der städtischen Armen ist, sondern im Rahmen einer umfassenden Planung der Verteilung der wirtschaftlichen Ressourcen und mit breiter Förderung durch den Staat. Unser Ziel ist die Aufhebung der Trennung von Stadt und Land – wie es in Konzepten wie der Gartenstadt angestrebt wird.


Der Klassenkampf auf dem Land erfordert, dass kämpferische und revolutionäre Verbände der armen und landlosen Bauern geschaffen werden, die ein enges Bündnis mit der ArbeiterInnenklasse suchen müssen.

Besonders wichtig ist hierbei die eigenständige Organisierung der LandarbeiterInnen. Diese können eine Avantgarderolle im Kampf am Land einnehmen, wenn sie den Klassenkampf gegen die Großgrund- und Plantagenbesitzer konsequent führen. Ein Beispiel dafür sind die tamilischen Plantagearbeiter in Sri Lanka.


* Sofortiges Verbot des Ankaufs von Grund und Boden durch multinationale Konzerne und Spekulationsfonds! Sofortige Enteignung aller nicht landwirtschaftlich genutzten fruchtbaren Böden im Eigentum großer Grundbesitzer! Abschaffung aller Patente kapitalistischer Monopole in der Landwirtschaft!


* Für die Enteignung der Großgrundbesitzer, der Kirche und der multinationalen Konzerne! Für die Verstaatlichung des Grund und Bodens unter Kontrolle von ArbeiterInnen und armen Bauern! Das Land denen, die es bebauen! Die örtlichen rätedemokratischen Vertretungen der armen und landlosen Bauern müssen die Frage der Aufteilung und Nutzung des Landes entscheiden! Förderung von freiwilligen landwirtschaftlichen Genossenschaften und der Bildung größerer staatlicher Produktionseinheiten!


* Schuldenstreichung und Abschaffung der Pacht für die Bauern! Verstaatlichung der Banken! Zinslose Kredite für die kleinen Bauern!


* Für eine radikale Umkehr in der Agrarwirtschaft. Weg von den Monokulturen! Für nachhaltige Anbaumethoden in der Landwirtschaft! Soviel internationaler Transport von Agrarprodukten wie zur Versorgung der Weltbevölkerung notwendig und soviel Versorgung mit landwirtschaftlichen Gütern vor Ort wie möglich!

 


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