Marxismus und die Einheitsfronttaktik heute: III. Der Kampf um die proletarische Hegemonie unter heutigen Bedingungen: soziale und ökonomische Veränderungen

Anmerkung der Redaktion: Die Graphiken in diesem Dokument können nur in der oben als Download zur Verfügung stehenden pdf Version (Teil 1) eingesehen werden.

 

 

In den bisherigen beiden Kapiteln wurden die Grundsätze der Einheitsfronttaktik herausgearbeitet und gezeigt, wie die marxistischen Klassiker ihr Verständnis entwickelten. Vor der Diskussion spezifischer Fragen der Anwendung der Einheitsfronttaktik heute wollen wir einige wichtige Veränderungen, die sich seit der Zeit Lenins und Trotzkis ereignet haben, herausarbeiten. Wir beginnen mit einer Zusammenfassung der ökonomischen und sozialen Entwicklungen.

 

In unserem Buch The Great Robbery of the South haben wir wichtige Veränderungen der Zusammensetzun des Weltproletariats analysiert. [1] Hier fassen wir nocheinmal werden die wichtigsten Schlussfolgerungen zusammen und legen weitere akutelle Daten dar.

 

 

 

Die Verlagerung des Schwerpunkts des heutigen Weltproletariats in den Süden

 

 

 

Die RCIT hat immer betont, dass sich der Fokus der globalen kapitalistischen Produktion und daher auch des internationalen Proletariats im letzten halben Jahrhundert von den alten imperialistischen Metropolen (d.h. Nordamerika, Westeuropa und Japan) in den Süden (d.h. die halbkoloniale Welt plus die neuen imperialistischen Mächte, v.a. China) verschoben hat. Die Grundlage für diese Verlagerung war ein Prozess massiver Industrialisierung in den Ländern des Südens. Verursacht wurde der einerseits durch den allgemeinen ökonomischen Aufschwung in der langen Boomphase der 1950er und 1960er (begleitet von einem Aufschwung der landwirtschaftlichen Produktivität, beschleunigter Verstädterung usw.) sowie durch die massive Verlagerung des Kapitalexports aus den imperialistischen Monopolen in den Süden, um ihre Profite durch eine Intensivierung der Überausbeutung zu erhöhen.[2] Eine Zeitlang trug die Industrialisierung der stalinistischen degenerierten ArbeiterInnenstaaten Osteuropas, Ostasiens und Kubas auch zu dieser Entwicklung bei.

 

Das massive weltweite Wachstum der Arbeitskräfte der letzten Jahrzehnte fand hautpsächlich in der halbkolonialen Welt statt. 2014 standen 51,5% der weltweiten Arbeitskräfte mit einem Volumen von drei Milliarden Menschen in Lohnarbeit (siehe Abbildung 1). [3] Wie in dieser Grafik zeigt, wuchs der Anteil an LohnarbeiterInnen seit 1991 auf allen Kontinenten. [4]

 

 

 

Abbildung 1: Lohnarbeiter ( in % der Gesamtbeschäftigung), weltweit und regional, 1991-2014 [5]

 

 

 

 

Diese Proletarisierung hat auch die Frauen erfasst. Heute sind 46% aller arbeitenden Frauen LohnarbeiterInnen. [6]

 

Tabelle 1 zeigt das Wachstum der ArbeiterInnenklasse in den Regionen der Welt – als Anteil an allen Berustätigen – seit der Zeit knapp vor der Jahrtausendwende.

 

 

 

Tabelle 1: Anteil der LohnarbeiterInnen an der Gesamtbeschäftigung, 1999 und 2013 [7]

 

Region                                                                                 1999                      2013

 

Afrika                                                                                 24.6%                    26.2%

 

Asien                                                                                  30.7%                    40.2%

 

Lateinamerika und Karibik                                               59.0%                    62.8%

 

Naher Osten                                                                     71.9%                    80.3%

 

Osteuropa und Zentralasien                                           74.9%                    78.3%

 

Entwickelte Ökonomien                                                   84.1%                    86.4%

 

 

 

Der Industrialisierungsprozess führte notwendigerweise zu einer Verlagerung des Proletariats aus den imperialistischen Metropolen in die ärmeren Länder und v.a. nach Asien (wo heute 60% der IndustriearbeiterInnen der Welt leben). Hundert Jahre zuvor – zu Zeiten Lenins und Trozkis – war das Proletariat in der kolonialen und halbkolonialen Welt recht klein. Eine kapitalistische Industrialisierung außerhalb Europas, Nordamerikas und Japans hatte nur zu einem relativ geringen Grad stattgefunden.

 

Seither hat sich das Wachstum der ArbeiterInnenklasse im Süden beschleunigt. Als Ergebnis lebt die große Mehrheit der weltweiten ArbeiterInnenklasse heute außerhalb der alten imperialistischen Metropolen. Das zeigt sich klar auf folgenden Tabellen und Abbildungen. Tabelle 2 zeigt den Anstieg der LohnarbeiterInnen in sogenannten “Entwicklungsländern” von 65,9% (1995) auf 72,4% (2008/09). Wenn man die halbkolonialen EU-Staaten ausschließt, liegt die Zahl für 2008/09 noch höher. Mit anderen Worten, drei Viertel der heutigen LohnarbeiterInnen leben und arbeiten in den halbkolonialen und aufstrebenden kapitalistischen Ländern.

 

 

 

Tabelle 2: Verteilung der LohnarbeiterInnen in den verschiedenen Regionen, 1995 und 2008/09 (in %) [8]

 

                                                                                                                                             1995                      2008/09

 

Welt                                                                                                                                       100%                     100%

 

Niedriglohnländer                                                                                                                     65.9%                    72.4%

 

Hochlohnländer                                                                                                                        34.1%                    27.6%

 

Hochlohnländer (ohne halbkoloniale EU-Länder)                                                                        -                              25%

 

Niedriglohnländer (einschließlich halbkolonialer EU-Länder)                                                        -                              75%

 

 

 

Diese Verlagerung zeigt sich auch, wenn die Kernbereiche der ArbeiterInnenklasse – die IndustriearbeiterInnen – untersucht werden. In Tabelle 3 ist ersichtlich, dass 2013 85,3% - mehr als 617 Millionen – aller Beschäftigten in der Industrie (die überwältigende Mehrheit davon ArbeiterInnen) außerhalb der alten imperialistischen Metropolen lebten, wo “nur” 14,7% - oder 106,8 Millionen – aller in der Industrie Beschäftigten lebten. Gleichzeitig lebten fast zwei Drittel (62,5%) aller IndustriearbeiterInnen in Asien (ausgenommen Russland und die ehemaligen Sowjetrepubliken).

 

 

 

Tabelle 3: Verteilung der Industriearbeitskräfte in verschiedenen Regionen, 2013 [9]

 

                                                                              Arbeitskräfte                                                    Verteilung der

 

in der Industrie (in Millionen)                   industriellen Arbeitskräfte

 

Welt                                                                      724.4                                                                    100%

 

Entwickelte Ökonomien                                          106.8                                                                    14.7%

 

Osteuropa & ex-UdSSR                                           44.8                                                                      6.2%

 

Ostasien                                                               250.1                                                                    34.5%

 

Südostasien                                                          59.0                                                                      8.1%

 

Südasien                                                             144.3                                                                    19.9%

 

Lateinamerika                                                       58.3                                                                      8.0%

 

Naher Osten                                                         18.7                                                                      2.6%

 

Nordafrika                                                           13.0                                                                      1.8%

 

Sub-Sahara Afrika                                               29.3                                                                      4.0%

 

 

 

Abbildungen 2 und 3 bestätigen diese enorme Verlagerung und zeigen den Anstieg des Anteils der im Süden lebenden FertigungsindustriearbeiterInnen von etwa 50% (1980) auf etwa 73% (2008). Im Jahr 1950 lebten hingegen nur 34% des weltweiten Industrieproletariats im Süden.[10] Wir verweisen an dieser Stelle darauf, daß die Beschäftigungszahlen in Fertigung und Industrie jedoch nicht gleichbedeutend sind, denn Fertigung beinhaltet alle Industriesektoren außer dem Bergbau- und Bauwesen. In dem weiter gefaßten Begriff des Industriesektors werden letztere jedoch auch berücksichtigt.

 

 

 

Abbildung 2: Anteil der Entwicklungsländer an der Beschäftigung im Fertigungssektor, 1980–2008 [11]

 

 

 

 

 

Abbildung 3: Industriearbeitskräfte weltweit in entwickelten und Entwicklungsländern, 1950–2010 [12]

 

 

 

 

 

 

 

Die RCIT hat wiederholt darauf hingewiesen, dass die tatsächliche Verlagerung des Proletariats in die halbkolonialen und aufstrebenden imperialistischen Länder sogar noch höher zu veranschlagen ist, als die offiziellen Zahlen zeigen. Warum? Weil, wie oben angemerkt, die bürgerliche Kategorie “LohnarbeiterInnen” nicht nur ArbeiterInnen beinhaltet. Allgemein gesprochen kann man sagen, dass in den reichen kapitalistischen Ländern eine beträchtliche Minderheit der Lohnabhängigen nicht Teil der ArbeiterInnenklasse ist, sondern Teil der lohnabhängigen Mittelschicht (Aufsichtspersonal, Polizei, ManagerInnen der unteren Ebenen usw.).[13] In einer vor einiger Zeit veröffentlichten ausführlichen Analyse der Klassenstruktur schätzten wir, dass in den imperialistischen Ländern die überwiegende Anzahl der Lohnabhängigen – bis zu 90% der gesamten arbeitenden Bevölkerung – in etwa zu 2/3 ArbeiterInnenklasse und zu 1/3 als zur Mittelschicht gehörig eingeteilt werden kann.[14] In den ärmeren Ländern ist die entlohnte Mittelschicht jeoch viel kleiner.

 

Außerdem muss die Arbeiteraristokratie , die oberste Schicht der ArbeiterInnenklasse (z.B. bestimmte Bereiche hochbezahlter FacharbeiterInnen usw.), eingerechnet werden. Das ist der Teil des Proletariats, der von der Bourgeoisie mit diversen Privilegien buchstäblich bestochen wird. In den imperialistischen Ländern bildet diese Schicht einen viel höhern Anteil der ArbeiterInnenklasse als im halbkolonialen Proletariat. Die finanziellen Quellen zur Bezahlung der Arbeiteraristokratie in den imperialistischen Ländern, womit ihre ArbeiterInnenklassensolidarität untergraben werden soll, stammen genau aus den Extraprofiten, die die Monopolkapitalisten aus der Überausbeutung der halbkolonialen Länder sowie auch der MigrantInnen in den imperialistischen Ländern erhalten. Ganz offen nutzt das Monopolkapital diese Extraprofite, um die Unterstützung von Teilen der ArbeiterInnenklasse in den imperialistischen Ländern zu erhalten, denn am Heimatstandort brauchen die Kapitalisten die Stabilität am dringendsten. Damit kann die “eingekaufte” Arbeiteraristokratie in der halbkolonialen Welt viel kleiner sein.

 

Die Arbeiteraristokratie – mit ihrem Zwilling, der Arbeiterbürokratie – spielt eine dominante Rolle in den Gewerkschaften und reformistischen Parteien der imperialistischen Länder.

 

Gleichzeitig haben, wie andernorts gezeigt[15], die unteren Schichten der ArbeiterInnenklasse – v.a. MigrantInnen – ihren Anteil innerhalb der imperialistischen Länder bedeutend erhöht. In den USA beispielsweise stieg der Anteil der MigrantInnen in der Gesamtbevölkerung von 5,2% (1960) auf 12,3% (2000) bzw. über 14% (2010). In Westeuropa wuchs der Anteil der MigrantInnen von etwa 4,6% (1960) auf fast 10% (2010).[16] Gemäß der jüngsten Daten der Vereinten Nationen leben offiziell 172,6 Millionen MigrantInnen in den alten imperialistischen Ländern (“Hochlohnländern”) und bilden 13% der Gesamtbevölkerung.[17] Wie wiederholt betont unterschätzen offizielle Statistiken die Zahl der MigrantInnen unausweichlich, weil sie jene ohne legalen Status wie auch jene der zweiten oder dritten Generation nicht berücksichtigen.

 

Im Vergleich dazu veträgt der Anteil von MigrantInnen in “Niedriglohnländern” (und solchen mit mittleren Einkommen), d.h. in halbkolonialen Ländern und im aufstrebenden kapitalistischen China, nur 1%.[18]

 

MigrantInnen bilden einen entscheidenden Teil des Proletariats in den urbanen Zentren der imperialistischen Metropolen. Zu Beginn der 2000er-Jahre bestand die Hälfte der in New York wohnhaften ArbeiterInnen aus Schwarzen, Latinos oder anderen nationalen Minderheiten. In und um London wurden im Jahr 2000 29% bzw. 22% der EinwohnerInnen als ethnische Minderheit klassifiziert.[19] In unserer Studie zu Rassismus und MigrantInnen wurde gezeigt, dass in Wien (Hauptstadt Österreichs) MigrantInnen 44% der Bevölkerung ausmachen. Zwei Drittel davon kommen aus dem früheren Jugoslawien, der Türkei oder den osteuropäischen EU-Staaten.[20]

 

Eine weitere bedeutende Tatsache besteht darin, dass die ArbeiterInnen ohne oder mit geringer Qualifikation die riesige Mehrheit der LohnarbeiterInnen und Unterdrückten bilden, während hochqualifizierte Beschäftigte nur eine Minderheit darstellen (sogar in den alten imperialistischen Ländern). Auch wenn die Zahlen in den Tabellen 4 und 5 sich nicht nur auf die ArbeiterInnenklasse sondern auf Beschäftigte allgemein beziehen und auch wenn das Qualifikationsniveau nicht direkt etwas über die Entlohnung und Zugehörigkeit zur Unter- oder Mittelschicht bzw. Oberschicht der ArbeiterInnenklasse aussagt, so liefern die Zahlen nichtssdestotrotz einen klaren Hinweis auf die relativen Anteile der verschiedenen Schichten im Proletariat – weltweit und regional.

 

 

 

Tabelle 4: Anzahl und Anteil von Beschäftigten nach Qualifikation, weltweit und regional, 2013 (in Tausend) [21]

 

 

 

Weltregion                                         geringe Qualifikation      mittlere Qualifikation     hochqualifiziert

 

Welt                                                      502,153                                2,077,789                             566,584

 

                                                               100%                                    100%                                    100%

 

Entwickelte Ökonomien                            46,668                                  241,654                                186,693

 

                                                               9.3%                                     11.6%                                   32.4%

 

Entwicklungsländer                                455,485                                1,836,135                             379,891

 

                                                             91.7%                                      88.4%                                   67.6%

 

 

 

Tabelle 5: Beschäftigungsanteil nach Qualifikation, weltweit und regional, 2013 [22]

 

 

 

Weltregion                                         geringe Qualifikation      mittlere Qualifikation     hochqualifiziert

 

Welt                                                      16.0%                                    66.0%                                   18.0%

 

Entwickelte Ökonomien                           9.8%                                      50.9%                                   39.3%

 

Zentral- & Südosteuropa                       14.1%                                   52.4%                                   33.5%

 

Ostasien                                                8.2%                                      79.7%                                   12.1%

 

Südostasien und Pazifik                         22.0%                                   65.6%                                   12.4%

 

Südasien                                              27.7%                                   58.5%                                   13.8%

 

Lateinamerika und Karibik                     19.0%                                   61.3%                                   19.8%

 

Naher Osten und Nordafrika                  12.0%                                   65.7%                                   22.4%

 

Subsahara Afrika                                 16.2%                                   79.2%                                   4.6%

 

 

 

Diese aktuellen Daten der Internationalen Arbeitsorganisation der UN (ILO) zeigen, dass niedrig- und mittel-qualifizierte Wertktätige 82% der weltweiten Arbeitskraft ausmachen, 61,7% in den alten imperialistischen Ländern und 85,8% in den halbkolonialen und aufstrebenden imperialistischen Ländern, v.a. China und Russland. Ihr Anteil in der Arbeiterklasse ist sogar noch höher als in den Zahlen abgebildet wird, denn – wie bereits erwähnt – eine Minderheit der Lohnabhängigen ist nicht Teil der ArbeiterInnenklasse, sondern der Mittelschicht. Der Anteil der hochqualifizierten ArbeitnehmerInnen ist natürlich in der Mittelschicht viel höher als in der ArbeiterInnenklasse. Kurz, diese Daten stützen unsere These in Bezug auf die Zusammensetzung der ArbeiterInnenklasse, wie wir sie im Manifest der RCIT sowie noch detaillierter in unserem Buch Der große Raub herausgearbeitet haben.

 

Außerdem ist das Proletariat in den ärmeren Ländern größer als die Zahlen in diesen offiziellen Statistiken vermitteln. Ein beträchtlicher Teil der ArbeiterInnen in diesen Ländern wird formell nicht als lohnabhängig, sondern wegen des großen informellen Sektors als offiziell selbstständig gezählt. Doch tatsächlich sind sie Teil der ArbeiterInnenklasse. [23]

 

Im Allgemeinen sind die wachsende ArbeiterInnenklasse und andere unterdrückte Schichten sehr heterogen hinsichtlich ihres Beschäftigungsstatus. Die kürzlich veröffentlichten Daten der ILO zum Beschäftigungsstatus der werktätigen Bevölkerung insgesamt (d.h. einschließlich ArbeiterInnen, Bauern, Selbstständige, unbezahlte Familienarbeit, Unternehmer (wenngleich letztere zahlenmäßig unwesentlich sind) sind äußerst interessant. Laut diesen Zahlen sind nur 26,4% der Werktätigen auf Basis eines unbefristeten Vertrags beschäftigt, 13% auf Grundlage eines befristeten Vertrags und die große Mehrheit (60,7%) arbeiten ohne jeden Vertrag. Natürlich gibt es auch hier enorme Unterschiede zwischen der Situation der Lohnabhängigen in den alten imperialistischen Ländern und jener des Südens. In den alten imperialistischen Ländern (“Hochlohnländer”) befinden sich mehr als drei Viertel der Werktätigen in einem unbefristeten Vertragsverhältnis (davon weniger als zwei Drittel in Vollzeitbeschäftigung), weitere 9,3% in einem befristeten Vertragsverhältnis und nur 14% ohne Vertragsbasis. In den entwickelteren Halbkolonien und aufstrebenden imperialistischen Ländern (“Länder mit mittlerem Lohnniveau”) sind fast 72% aller Werktätigen ohne Vertrag beschäftigt, nur 13,7% sind vertraglich fixiert. In den weniger entwickelten halbkolonialen Ländern werden nur 5,7% auf Basis eines unbefristeten Vertrags beschäftigt, während fast 87% überhaupt keine Vertragsgrundlage aufweisen; die Mehrheit arbeitet auf eigene Faust oder in Familienbetrieben. [24]

 

Wenn wir die veröffentlichten Daten der ILO zu den Lohnabhängigen heranziehen, kommen wir zu dem Schluss, dass nur 51,2% aller Lohnabhängigen auf Basis eines unbefristeten Vertrags arbeiten, während der Rest mit befristeten oder ohne Verträge beschäftigt ist (siehe Tabelle 6). Auch hier gibt es extreme Unterschiede zwischen den alten imperialistischen Ländern einerseits und den halbkolonialen Ländern und aufstrebenden imperialistischen Mächten andererseits. In ersteren, von der ILO als “Hochlohnländer” bezeichnet, liegt der Anteil der Lohnabhängigen mit unbefristetem Vertrag bei 88,1%. Dieser Anteil ist in den Ländern des globalen Südens viel niedriger (30,7% bzw. 32,4%).

 

 

 

Tabelle 6: Verteilung von Vertragsarten bei Lohnabhängigen (%) [25]

 

                                                                              Unbefristet                         Befristet                              Vertragslos

 

Alle Länder                                                            51.2%                                   25.0%                                   23.8%

 

Hochlohnländer                                                     88.1%                                   10.7%                                   1.3%

 

Länder mit mittlerem Lohnniveau                        30.7%                                   32.3%                                   37.0%

 

Niedriglohnländer                                                 32.4%                                   42.6%                                   24.8%

 

 

 

Lohnabhängige mit unbefristetem Vertrag können wiederum unterteilt werden in jene mit Vollzeit- und jene mit Teilzeitbeschäftigung. Leider stellt die ILO dafür nur Daten aus den imperialistischen Ländern bereit, wo nur 73,7% aller Vollzeitbeschäftigten über einen unbefristeten Vertrag verfügen (bei Frauen liegt dieser Anteil noch niedriger, bei 64,5%).

 

Weiters muss die wachsende Zahl der Arbeitslosen in Betracht gezogen werden. Der neueste ILO-Bericht nennt die offizielle Zahl von 201,3 Millionen Beschäftigungslosen im Jahr 2014. Mit anderen Worten, 5,9% weltweit. [26]

 

Zusammenfassend kann über das heutige Weltproletariat gesagt werden: Die internationale ArbeiterInnenklasse hat ihren Schwerpunkt in den Süden verlagert, wo etwa drei Viertel der LohnarbeiterInnen beheimatet sind. Angesichts des (im Vergleich zum Süden) höheren Anteils der lohnabhängigen Mittelschicht in den alten imperialistischen Ländern könnte der Anteil des Proletariats in den halbkolonialen und den aufstrebenden imperialistischen Ländern weltweit bei 80% liegen. Wenn das der Fall ist, können wir daraus schließen, dass das Herz des Weltproletariats im Süden und vor allem in Asien liegt.

 

Das heißt nicht, dass das Proletariat in den alten imperialistischen Metropolen (d.h. in den relativ reichen Ländern Westeuropas, Nordamerikas und Japans) irrelevant geworden ist. Nichts könnte der Wahrheit ferner liegen. Das Proletariat Westeuropas, Nordamerikas und Japans spielt weiterhin eine zentrale Rolle im internationalen Klassenkampf. Doch für revolutionäre KommunistInnen ist es wesentlich, die gestiegene Bedeutung der halbkolonialen Länder in Asien, Lateinamerika, dem Nahen Osten und Afrika wie auch der aufstrebenden kapitalistischen Länder China (und Russland) zu erkennen. Mit anderen Worten ist der Prozess der Weltrevolution nicht einer, in dem sich die Front in den alten imperialistischen Ländern befindet und dort entschieden werden wird. Vielmehr wird das Proletariat in der halbkolonialen Welt und im aufstrebenden kapitalistischen China eine maßgebliche Rolle spielen. Die Arabische Revolution bestätigt diese These der wachsenden Bedeutung des halbkolonialen Proletariats.

 

Wir haben die Auswirkungen dieser bedeutsamen Veränderungen der Zusammensetzung der globalen ArbeiterInnenklasse in unserem Programm “Das Revolutionär-Kommunistische Manifest” zusammengefasst. Internationale ArbeiterInnenorganisationen müssen dem Süden besondere Aufmerksamkeit widmen. Das riesige Gewicht des südlichen Proletariats darf nicht nur hinsichtlich seiner massiven Beteiligung in internationalen ArbeiterInnenorganisationen Beachtung finden, sondern auch in den Führungen dieser Kräfte. Und Fragen von besonderer Wichtigkeit für die südliche ArbeiterInnenklasse – ihre Überausbeutung, ihre nationalen Befreiungskämpfe gegen den Imperialismus usw. – müssen eine zentrale Rolle in der propagandistischen und praktischen Arbiet der Organisationen einnehmen. [27]

 

 

 

Das Elend der landlosen Bauernschaft und der städtischen Armut

 

 

 

Ungeachtet des Wachstums des weltweiten Proletariats dürfen MarxistInnen nicht die Tatsache ignorieren, dass fast die Hälfte der arbeitenden Bevölkerung weltweit – und eine klare Mehrheit davon in der halbkolonialen Welt – der besitzlosen Bauernschaft oder dem städtischen Kleinbürgertums angehört. Die Zahlen in Tabelle 6 vermitteln einen Eindruck zur allgemeinen sozialen Zusammensetzung der arbeitenden Bevölkerung. Wir haben wiederholt darauf hingewiesen, dass aus den oben genannten Gründen die Kategorie der Lohnabhängigen der ILO nicht gleichbedeutend mit dem Begriff des marxistischen Konzepts der ArbeiterInnenklasse ist. Dasselbe gilt für die Kategorie Selbstständige, die nicht gleichbedeutend ist mit der marxistischen Kategorie der nicht-ausbeuterischen Bauernschaft und des städtischen Kleinbürgertums. Nichtsdestotrotz bieten die Zahlen nützliche Annäherungen.

 

Wenn wir die sehr kleine Menge von Kapitalisten (ArbeitgeberInnen) beiseite lassen, die sich v.a. in den imperialistischen Ländern sammelt, ist zu erkennen, dass die Bauernschaft und die Selbstständigen (und ihre mitarbeitenden Familienmitglieder) 55,4% der werktätigen Bevölkerung in den Ländern des Südens ausmachen. Auch hier müssen wichtige Unterscheidungen getroffen werden. Während etwa im aufstrebenden imperialistischen China der Anteil der LohnarbeiterInnen 56% der arbeitenden Bevölkerung beträgt und Selbstständige und ihre mitarbeitenden Familienmitglieder “nur” 42,4%,[28], machen die Selbstständigen und ihre mitarbeitenden Familienmitglieder 80,8% (!) aller werktätigen Menschen in den weniger entwickelten halbkolonialen Ländern aus. (siehe Tabelle 7).

 

 

 

Tabelle 7: Beschäftigungsstatus weltweit und regional, 2013 (%) [29]

 

                                                                                            LohnarbeiterInnen                         Unternehmer                         Selbstständige                   mitarbeitende Familienmitglieder

 

Entwickelte Ökonomien                                                             86.3%                                          3.6%                                          9.0%                                      1.0%

 

Entwicklungsländer                                                                   42.6%                                          2.0%                                         40.5%                                     14.9%

 

Entwicklungsschwächste Länder                                              18.0%                                          1.2%                                         53.2%                                      27.6%

 

Länder mit niedrigem Durchschnittseinkommen                     31.7%                                          2.1%                                         50.5%                                      15.7%

 

Aufstrebende Ökonomien                                                        58.2%                                           2.2%                                         29.0%                                      10.6%

 

 

 

Kapitalismus bedeutet Elend nicht nur für die ArbeiterInnenklasse, sondern auch für die Landbevölkerung und für die Armut in den Städten. Zum Verständnis seien einige Daten zur Ungleichheit und Armut in der weltweiten Bauernschaft dargelegt: Gemäß den von der ETC-Gruppe (AGETC) zusammengefassten Daten werden von 450 Millionen landwirtschaftlichen Betrieben weltweit heute 382 Millionen (85%) von Kleinbauern bewirtschaftet und diese weisen eine Größe von zwei Hektar oder weniger auf. Fast alle davon (fast 380 Millionen) befinden sich auf der südlichen Erdhalbkugel. Die überwältigende Mehrheit davon wiederum (370 Millionen) wird von einheimischen Bauern bewirtschaftet. Insgesamt bearbeiten Bauern etwa die Hälfte des weltweiten landwirtschaftlichen Nutzlands. Es wird geschätzt, dass von 1,56 Milliarden ackerbaren und dauerhaft kultivierten Hektar Land weltweit 764 Millionen Hektar von Bauern bewirtschaftet werden; nicht weniger als 225 Millionen Hektar werden von Großgrundbesitzern bewirtschaftet; und mittelgroße Landwirtschaften halten etwa 571 Millionen Hektar.

 

Geschätzte 640 Millionen Bauern und weitere etwa 190 Viehhalter züchten Vieh zum eigenen Konsum und für lokale Märkte. Weiters gibt es etwa 30-35 Millionen Vollerwerbsfischer, doch wahrscheinlich mehr als 100 Millionen Bauern, die in gewissem Ausmaß auch fischen und an der Verarbeitung und dem Vertrieb des Ertrags beteiligt sind.

 

Es gibt auch etwa 800 Millionen Bauern in urbaner Landwirtschaft. Davon produzieren 200 Millionen vor allem für die städtischen Märkte und davon wiederum leben etwa 150 Millionen Familienmitglieder in Vollzeitbeschäftgung. Durchschnittlich produzieren die Städte etwa ein Drittel ihres Nahrungsbedarfs selbst. Schließlich gibt es mindestens 410 Millionen, die in oder in der Nähe von Wäldern leben und den Großteil ihrer Nahrung und ihres Lebensunterhalts daraus beziehen. [30]

 

Brasilien stellt ein wichtiges Beispiel der weltweit ungleichen Landverteilung und der schlimmen Lage der besitz- und landlosen Bauern im Zeitalter des niedergehenden Kapitalismus dar. Etwa 26.000 Großgrundbesitzer halten 50% allen bewirtschaftbaren Landes, große Teile davon werden entweder kaum oder gar nicht landwirtschaftlich genutzt. Gleichzeitig gibt es in Brasilien 12 Millionen landlose Bauern.

 

Die städtische Armut ist eine weitere, zunehmend wichtige Schicht der Weltbevölkerung. Sie hat keine festgelegte Klassenposition und umfasst übergreifende und übergangsweise Elemente. Die meisten ElendsviertelbewohnerInnen haben keine dauerhafte Arbeit, sondern sind arbeitslos, arbeiten schwarz oder selbstständig. Damit gehören sie größtenteils zur Unterschicht der ArbeiterInnenklasse und bilden halbproletarische Elemente, die oft in urbaner Landwirtschaft beschäftigt sind, zum besitzlosen Kleinbürgertum oder zum Lumpenproletariat gehört. Ihre extrem prekäre Position in der Arbeitswelt steigert die relative Bedeutsamkeit ihrer besonderen Lebensumstände. Aus diesem Grund können wir von der städtischen Armut als einer spezifischen Schicht sprechen.

 

Schätzungsweise ein Drittel der weltweiten städtischen Bevölkerung (32,7%) lebt in Elendsvierteln der Großstädte, v.a. in der halbkolonialen Welt. Der Anteil der Menschen, die unter Elendsbedingungen in städtischen Gebieten leben, liegt im Afrika südlich der Sahara besonders hoch (61,7%). Doch auch in der Bevölkerung Südasiens (35%) und Südostasiens (31%), Ostasiens (28,2%), Westasiens (24,6%), Lateinamerikas und der Karibik (23,5%) und Nordafrikas (13%) bilden SlumbewohnerInnen einen beträchlichten Anteil der städtischen Bevölkerung.[31]

 

Kurz, die besitzlose Bauenschaft und die städtische Armut bilden riesige und bedeutsame Klassen und Schichten. Sie leiden täglich während ihres prekären Lebens unter den zerstörerischen Folgen des niedergehenden Kapitalismus. Für die ArbeiterInnenklasse bzw. deren Avantgarde – die revolutionäre Partei – ist es eine entscheidende Aufgabe, an vordester Front zu stehen und diese unterdrückten Schichten als Verbündete für den Kampf gegen die kapitalistische Herrschaft zu gewinnen.

 



[1] See Michael Pröbsting: The Great Robbery of the South, z.B S. 69-80, S. 179-188, S. 228-240. Eine deutschsprachige Fassung dieses Buches wurde 2014 unter dem Titel Der Große Raub im Süden“ vom Promedia-Verlag veröffentlicht und kann über unsere Kontaktadresse bezogen werden. (Siehe www.rkob.net, http://www.great-robbery-of-the-south.net/ sowie http://www.mediashop.at/typolight/index.php/buecher/items/michael-proebsting---der-grosse-raub-im-sueden).

[2] Siehe dazu: The Great Robbery of the South, z.B. S. 57-62

[3] Die Kategorie “Arbeitskraft” umfasst alle Personen, die ökonomisch aktiv sind, d.h. ArbeiterInnen, BäuerInnen, Selbstständige, entlohnte Mittelklasseangestellte und KapitalistInnen.

[4] Es sei kurz angemerkt, dass die bürgerliche Kategorie “Lohnabhängige” nicht nur ArbeiterInnen, sondern auch die entlohnte Mittelklasse beinhaltet. Die bürgerliche Statistik der ILO und ähnlicher Institutionen differenzieren natürlich nicht zwischen diesen beiden Bereichen. Dennoch sind die Zahlen nützlich für eine Einschätzung des Wachstums des globalen Proletariats.

[5] International Labour Office: World Employment and Social Outlook 2015. The changing nature of jobs, S. 29

[6] International Labour Office: World Social Security Report 2010/11. Providing coverage in times of crisis and beyond (2010), S. 28

[7] International Labour Office: Global Wage Report 2014/15. Wages and income inequality, S. 14 und unterstützende Daten

[8] World Bank: World Development Report 1995, p. 9, International Labour Office: Global Employment Trends 2011, S. 68; Directorate-General for Economic and Financial Affairs of the European Commission: Labour market and wage developments in 2009; in: EUROPEAN ECONOMY Nr. 5/2010, pp. 188-190 und eigene Berechnungen.

[9] Quellen: International Labour Office: Global Employment Trends 2014. Risk of a jobless recovery?, S. 97 und eigene Berechnungen

[10] John Smith: Offshoring, Outsourcing & the ‘Global Labour Arbitrage’ (2008), Paper to IIPPE 2008 – Procida, Italien 9.-11. September 2008, S. 5

[11] UNIDO: Industrial Development Report 2011, S. 150

[12] John Smith: Imperialism in the Twenty-First Century, Monthly Review 2015 Volume 67, Issue 03 (Juli-August), http://monthlyreview.org/2015/07/01/imperialism-in-the-twenty-first-century/.

[13] Im Gegensatz zu den revisionistischen Theorien des CWI, der IMT und der MorenoistInnen (LIT-CI und UIT-CI) betrachten MarxistInnen Mitglieder des repressiven Staatsapparats nicht als Teile der ArbeiterInnenklasse. Trotzki nahm in dieser Frage eine unmißverständliche Haltung ein: Der Umstand, daß die Polizisten in bedeutender Zahl unter sozialdemokratischen Arbeitern rekrutiert wurden, will ganz und gar nichts besagen. Auch hier wird das Denken vom Sein bestimmt. Die Arbeiter, die Polizisten im Dienst des kapitalistischen Staates geworden sind, sind bürgerliche Polizisten und nicht Arbeiter. (...) Und die Hauptsache ist: jeder Polizist weiß, daß die Regierungen wechseln, die Polizei aber bleibt.“ (Leo Trotzki: Was nun? Schicksalsfragen des deutschen Proletariats (1932) in: Schriften über Deutschland, Band 1, S. 186

[14] Markus Lehner: Arbeiterklasse und Revolution. Thesen zum marxistischen Klassenbegriff, in: Revolutionärer Marxismus Nr. 28 (1999)

[15] Siehe dazu z.B. Michael Pröbsting: The Great Robbery of the South, z.B. S. 179-188, S. 228-240, S. 385-386; Michael Pröbsting: Migration and Super-exploitation: Marxist Theory and the Role of Migration in the present Period, in: Critique: Journal of Socialist Theory, Vol. 43, Issue 3-4, 2015, http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/03017605.2015.1099846; Michael Pröbsting: Marxismus, Migration und revolutionäre Integration (2010); in: Revolutionärer Kommunismus, Nr. 7, http://www.thecommunists.net/publications/werk-7.

[16] Siehe Rainer Münz/Heinz Fassmann: Migrants in Europe and their Economic Position: Evidence from the European Labour Force Survey and from Other Sources (2004), S. 5-6 and Carlos Vargas-Silva: Global International Migrant Stock: The UK in International Comparison (2011), www.migrationobservatory.ox.ac.uk, S. 5

[17] United Nations, Department of Economic and Social Affairs, Population Division (2016). International Migration Report 2015: Highlights, S. 28

[18] In Russland sind gemäß derselben UN-Studie 8% der Gesamtbevölkerung MigrantInnen. Wir haben die Situation der Migration in Russland und die Gründe für diesen hohen Anteil in unserer Publikation untersucht: Michael Pröbsting: Russland als imperialistische Großmacht, 2014, in: Revolutionärer Kommunismus, Nr. 12, https://www.thecommunists.net/publications/revkom-12/

[19] Siehe Peter Dicken: Global Shift. Mapping the Changing Contours of the World Economy (Sixth Edition), The Guilford Press, New York 2011, S. 496

[20] Michael Pröbsting: Marxismus, Migration und revolutionäre Integration (2010); in: Der Weg des Revolutionären Kommunismus, Nr. 7, S. 31-33, http://www.thecommunists.net/publications/werk-7;

[21] International Labour Office: World Employment and Social Outlook – Trends 2015, S. 72-89, unterstützende Daten und eigene Berechnungen

[22] International Labour Office: World Employment and Social Outlook – Trends 2015, S. 72-89, unterstützende Daten

[23] Siehe dazu z.B. Jauch, Herbert: Globalisation and Labour, Labour Resource and Research Institute (LaRRI), Prepared for the Regional Labour Symposium, Windhoek, 6.12.2005, S. 8

[24] International Labour Office: World Employment and Social Outlook 2015. The changing nature of jobs, S. 30

[25] International Labour Office: World Employment and Social Outlook 2015. The changing nature of jobs, S. 31 (eigene Berechnung)

[26] International Labour Office: World Employment and Social Outlook – Trends 2016, S. 72

[27] Siehe dazu RCIT: Das Revolutionär-Kommunistische Manifest; Wien 2012, https://www.thecommunists.net/home/deutsch/ver%C3%A4nderungen-in-der-arbeiterklasse/

[28] International Labour Office: World Employment and Social Outlook – Trends 2015, unterstützende Daten

[29] International Labour Office: World of Work Report 2014. Developing with jobs, S. 40

[30] ETC Group: Questions for the Food and Climate Crises, Communiqué Issue #102 (November 2009), S. 26

[31] Siehe United Nations: Planning and Design for Sustainable Urban Mobility: Global Report on Human Settlements 2013, p. 215; United Nations: The Millennium Development Goals Report 2014, S. 46; Om Prakash Mathur: Urban Poverty in Asia. Study Prepared for the Asian Development Bank, National Institute of Urban Affairs, New Delhi 2013, S. 17