Schluß mit dem „Geschäftsgeheimnis“!

Für ArbeiterInnenkontrolle! Für ein öffentliches Beschäftigungsprogramm!

 

Während Unternehmer und Staat über die Höhe des Lohnes jedes einzelnen Arbeiters immer genau Bescheid wissen, bleiben die gesamte Finanzgebarung und die tatsächlichen Gewinne der Unternehmer für die Öffentlichkeit ein Geheimnis. Dadurch werden dem Steuerbetrug und der Vorspiegelung falscher Tatsachen gegenüber den Beschäftigten Tür und Tor geöffnet. Darüberhinaus wuchert, unter dem Vorwand des Geschäftsgeheimnisses, die Korruption inklusive der umfangreichen Bestechung von staatlichen Beamten. Schluß mit dem „Geschäftsgeheimnis“, denn was mit den Produkten unserer Arbeit passiert, darf nicht vor uns geheim gehalten werden.


Gerade in Zeiten der Krise versuchen die Unternehmer ihre Gewinne durch die Verschärfung der Arbeitshetze, unbezahlte Überstunden usw. zu steigern. Kein Wunder, dass die Unternehmer in den letzten Jahrzehnten die Arbeitsproduktivität steigern konnten. Unser Kampf muss darauf abzielen, dass wir nicht ihre Sklaven sind und daher ein Veto gegen die willkürlichen Entscheidungen der Bosse einlegen können. Wir kämpfen gegen die Willkürherrschaft des Unternehmers im Betrieb und für die Kontrolle durch die Beschäftigten. Wir lehnen jedoch jede Form der „Mitentscheidung“, „Sozialpartnerschaft“ etc. – also der Einbeziehung der Arbeitervertreter in das Management – ab, denn dadurch werden die Arbeitervertreter nur zu Handlangern der Kapitalisten.


In allen Ländern gibt es einen enormen Bedarf für die Verbesserung der wirtschaftlichen Grundlagen und der Infrastruktur. In Afrika verhungern Millionen Menschen aufgrund der mangelhaften Versorgung. In Pakistan gibt es regelmäßig Ausfälle in der Stromversorgung. In den USA – dem reichsten Land der Erde – befinden sich 26% aller Brücken in einem schlechten Zustand und mehr als 4.000 Staudämme in Amerika haben gravierende Sicherheitsmängel. Weltweit sind gewaltige Investitionen in den Umweltschutz notwendig, um den bedrohlichen Klimawandel zu stoppen. Gleichzeitig werden weltweit Millionen Menschen auf die Straße gesetzt und ihre Arbeitskraft bleibt dadurch ungenützt. Das alles zeigt einmal mehr die Absurditäten einer auf Profit beruhenden Wirtschaftsordnung. Vor diesem Hintergrund besitzt die Forderung nach einem öffentlichen Beschäftigungsprogramm unter Kontrolle der ArbeiterInnenklasse und der Unterdrückten und bezahlt aus den Profiten der Reichen eine zentrale Bedeutung. Dies gilt insbesondere für die ärmeren Ländern, in denen die Wirtschaft stark von kleinen, finanzschwachen Unternehmen geprägt und wo daher auch die betriebliche Kampfkraft der ArbeiterInnen eingeschränkt ist.

 

* Öffnung der Geschäftsbücher – Buchhaltung, Bankkonten, Steuererklärungen usw.! Inspektion durch BuchhalterInnen, die das Vertrauen der Belegschaft genießen!

 

* Für ArbeiterInnen-Untersuchungskomitees zur lückenlosen Aufdeckung der Korruption zwischen Unternehmen und zwischen Unternehmen und staatlichen Behörden!

 

* Für die Kontrolle und das Vetorecht der ArbeiterInnen gegen alle Entscheidungen des Managements! Gegen jede Teilnahme der ArbeitervertreterInnen an Managementfunktionen!

 

* Für ein öffentliches Beschäftigungsprogramm zur Verbesserung der Infrastruktur (Energieversorgung, öffentlicher Transport, Ausbildung und Kinderbetreuung usw.), für Maßnahmen gegen den Klimawandel usw.. Dieses Programm darf nicht der Kontrolle abgehobener Staatsbürokraten unterliegen, sondern muss von den ArbeiterInnen und Unterdrückten geplant und kontrolliert werden. Es soll aus den Profiten und dem Vermögen der Superreichen bezahlt werden.

 


Zurück: Verteidigung der öffentlichen Dienstleistungen

Weiter: Kein Auseinanderdividieren - Gemeinsamer Kampf