Syrien und der Kampf der Großmächte: Das Versagen der "Linken": Teil 2

 

Gegen alle imperialistischen Aggressoren!

 

 

 

Als Marxisten und Antiimperialisten haben wir uns immer gegen alle Formen von Aggressionen der Großmächte gestellt. [1] Diese Haltung haben wir in unseren oben genannten Statements zum jüngsten US-Raketenangriff auf Syrien erneut bestätigt.

 

Daher verurteilen wir die imperialistische Kriegstreiberei der Trump-Administration und lehnen ihren Raketenangriff ab. Ebenso fordern wir die Vertreibung aller US-Truppen und Militärstützpunkte aus Syrien.

 

Außerdem sind wir im Gegensatz zu den Stalinisten nicht nur gegen amerikanische Militärschläge, wenn sie gegen Assad gerichtet sind. Wir verurteilen sie auch, wenn sie gegen islamistische Rebellen oder gegen Daesh gerichtet sind.

 

Doch im Gegensatz zur pro-russischen "Linken" sind wir nicht nur gegen die imperialistische Aggression von Trump, sondern auch gegen die von Putin! Es ist eine widerliche Heuchelei dieser Moskauer Sozialimperialisten, dass sie nur alarmiert sind, wenn die USA einige Raketen gegen einige leere Häuser abfeuern, aber ihre Stimme nicht erheben, wenn Russland jeden Tag Syrer bombardiert und abschlachtet!

 

Die RCIT fordert daher nicht nur die Ausweisung der US-Streitkräfte, sondern auch die Vertreibung der russischen Truppen, der Luftwaffe und der Militärstützpunkte.

 

Wir verbinden diese Opposition gegen alle imperialistischen Mächte - die USA wie auch Russland - mit der Unterstützung des militärischen Widerstands der Kräfte, die gegen diese Aggressoren kämpfen.

 

Schließlich sind wir nicht nur gegen die ausländische Besatzung durch die imperialistischen, sondern auch durch die regionalen Mächte. Der Iran ist ein besonders wichtiger Staat, der in Syrien als wichtiger Verbündeter des Assad-Regimes eingreift. Er kontrolliert Milizen mit bis zu 125.000 Soldaten. Zusammen mit der libanesischen Hisbollah-Miliz bilden sie eine wesentliche Kraft, ohne die Assad den Krieg bereits verloren hätte.

 

Die Türkei ist eine weitere wichtige ausländische Macht, die im Norden Syriens interveniert. Einerseits versucht sie, den Wunsch des kurdischen Volkes nach nationaler Selbstbestimmung zu unterdrücken, andererseits arbeitet sie daran, ihren Einflussbereich zu erweitern und - als Verbündeter des russischen Imperialismus - den Befreiungskampf zu liquidieren. Die RCIT lehnt den Einmarsch aller ausländischen Mächte ab und fordert die Vertreibung der iranischen und türkischen Truppen aus Syrien. [2]

 



[1] Ein Überblick über unsere Positionen zu verschiedenen imperialistischen Aggressionen in den vergangenen Jahrzehnten findet sich in den Kapiteln 12 und 13 unseres Buches: Michael Pröbsting: Der Große Raub im Süden. Kontinuität und Veränderungen bei der Überausbeutung der halbkolonialen Welt durch das Monopolkapital. Konsequenzen für die marxistische Imperialismus-Theorie, Wien 2013, https://www.thecommunists.net/theory/great-robbery-of-the-south/

[2] Siehe hierzu z.B. die zahlreichen RCIT-Statements und Artikel zum Astana-Prozess. Siehe auch RCIT: Syrien: Nein zum Angriff der Türkei auf Afrin! Rettet die Syrische Revolution vor der Auslöschung! Die Syrische Revolution muss das Sektierertum ablehnen und danach streben, eine multinationale Einheit zwischen Arabern, Türken und Kurden zu schaffen! Vereinigt alle Kräfte gegen die assadistisch-iranisch-russische Aggression in Idlib! 22. Januar 2018, https://www.thecommunists.net/home/deutsch/nein-zum-angriff-der-t%C3%BCrkei-auf-afrin/