100 Fragen und Antworten zum Sozialismus

100 Fragen und Antworten zum Sozialismus

Von Johannes Wiener, Revolutionär Kommunistische Organisation zur Befreiung (RKOB), www.rkob.net

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wirtschaft der Grundstein der Gesellschaft

Arbeiterklasse und Sozialismus

Kampf gegen Imperialismus

Revolutionäre Partei

Feinde der Arbeiterklasse

Feinde in den eigenen Reihen

In der Gewerkschaft

Frauenbefreiung

Für die Rechte der Migranten und Migrantinnen!

Für die Rechte Jugendlichen und Homosexuellen!

Unsere Geschichte und Traditionen

 

 

 

Wirtschaft der Grundstein der Gesellschaft

 

1. Was ist eine Gesellschaft?

Eine Gesellschaft ist eine Gruppe von Menschen, die durch Arbeit und Austausch von Arbeitsprodukten in Beziehung zueinander stehen. Sprich, die in einem System zusammenleben, z.B. die US-amerikanische Gesellschaft, oder die alten Griechen, usw.

2. Was ist die Produktion?

Die Produktion ist die Umwandlung von Rohstoffen zu Produkten durch die menschliche Arbeit sowie Dienstleistungen, z.B. von Erz zu Eisen, oder das Ernten von Äpfeln, das Schneiden von Haaren. Die Produktion kann verschiedene Stufen umfassen z.B. Erz wird zu Eisen umgewandelt, das zu Stahl der dann bei der Produktion von Brücken verwendet wird.

3. Was sind Produktionsmittel?

Das sind Werkzeuge, die die Menschen verwenden um produzieren zu können – vom einfachen Faustkeil bis zur computergesteuerten Fabrik (Wichtige Produktionsmittel sind heute: Fabriken, Medienkonzerne, Banken, Eisenbahnen, Häfen, Bergwerke, usw.).

4. Was ist die Produktivkraft einer Gesellschaft?

Das sind alle Produktionsmittel einer Gesellschaft, ihr gesamtes Wissen und alle arbeitsfähigen Mitglieder zusammengerechnet. Sie gibt uns darüber Auskunft, wie entwickelt eine Gesellschaft ist, sie ist also Basis der Gesellschaft.

5. Was ist Ausbeutung?

Wenn jemand von der Arbeit eines anderen lebt. Das bedeutet, wenn jemand für einen anderen mehr arbeitet, als er dafür bekommt. Das was darüber hinausgeht, nennen wir Mehrwert. Sich diesen Mehrwert anzueignen ist Ausbeutung.

6. Was ist eine Klasse?

Eine Klasse ist eine Gruppe von Menschen, die zu den Produktionsmitteln in einem bestimmten Besitzverhältnis steht. Das können entweder sein:

a) Menschen, die Produktionsmittel besitzen und von der Arbeit andere Menschen leben (Ausbeuterklasse)

b) Menschen, die Produktionsmittel besitzen und keine anderen Menschen ausbeuten (Zwischenklasse)

c) Menschen, die keine Produktionsmittel besitzen und für andere Menschen arbeiten (ausgebeutete Klasse)

Darüber hinaus gibt es Schichten, die keine Klasse darstellen aber dennoch notwendiger Bestandteil der kapitalistischen Gesellschaft sind (Bürokratie, lohnabhängige Mittelschicht etc.)

7. Was ist der Staat?

Der Staat ist ein Werkzeug das eine Klasse im Interesse einer anderen Klasse unterdrückt. Der Staat besteht grundsätzlich aus bewaffneten Menschen (Armee, Polizei). Mit der Zeit ist er komplizierter geworden und es kam auch noch Rechtsprechung (Justiz), ein Verwaltungsapparat sowie Formen der politischen Herrschaft hinzu (z.B. Parlament, Regierung,...), Ebenso ist auch das Ausbildungssystem Teil des Staatsapparats (es dient dazu Menschen im Interesse des Staats zu erziehen).

8. Was ist Klassenkampf?

Klassenkampf bedeutet, dass zwei Klassen, die entgegengesetzte Interessen haben, gegeneinander kämpfen. Klassenkampf gibt es seitdem es Klassen gibt (also seit den frühen Hochkulturen) und er hat die Geschichte der Menschheit entschieden geprägt.

9. Kennst du verschiedene Formen von Klassenkampf?

a) Wirtschaftlicher Klassenkampf, eine Klasse, oder ein Teil von ihr kämpft darum ihre wirtschaftliche Situation zu verbessern. Zum Beispiel: Arbeiter und Arbeiterinne eines Betriebes streiken für höhere Löhne, oder Unternehmer senken die Löhne um mehr Gewinn zu machen.

b) Politischer Klassenkampf, eine Klasse oder ein Teil von ihr kämpft darum mehr politischen Einfluss zu bekommen. Zum Beispiel: durch Wahlen oder Krieg. Die höchste Form des politischen Klassenkampfes ist die Revolution.

c) Ideologischer Klassenkampf, eine Klasse oder ein Teil von ihr kämpft darum Ideen, die ihren Interessen entsprechen, zu verbreiten. Das kann in Form eines Gespräches, durch das Lesen von Büchern, Straßenagitation (Kundgebungen), Veranstaltungen, Zeitungen oder durch die Medien passieren.

Alle Formen des Klassenkampfes sind miteinander verbunden und vermischt. Ein Streik zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Arbeiter und Arbeiterinnen, wird durch den ideologischen Klassenkampf – Veranstaltungen, Straßenkundgebungen, Flugblätter – unterstützt. Umgekehrt, ein gewonnener Streik kann zu wichtigen Veränderungen im Bewusstsein der Arbeiterinnen und Arbeiter führen wie sie z.B. über Ausbeutung denken, oder es stärkt ihre politische und gewerkschaftliche Kampfkraft.

10. In welche Richtungen geht der Klassenkampf?

Klassenkampf von oben: Kampf der Ausbeuter gegen die Ausgebeuteten

Klassenkampf von unten: Kampf der Ausgebeuteten gegen ihrer Ausbeuter

11. Was für Gesellschaftssysteme kennst du, die es schon gab und wie unterscheiden sie sich?

a) Urkommunismus, wie in der afrikanischen Stammesgesellschaft. Es gibt kein Privateigentum und keine Klassen, es herrscht große Armut und Rückständigkeit.

b) Sklavenhaltergesellschaft, wie im alten Rom. Es gibt Sklaven die Sklavenhaltern gehören und für die sie arbeiten müssen.

c) Feudalismus, wie im Europa des Mittelalters. Es gibt Leibeigene die auf einem kleinen Stück Land für die Feudaladeligen arbeiten müssen.

d) Kapitalismus, wie heute fast überall auf der Welt. Die Arbeiter und Arbeiterinnen müssen für den Profit der Kapitalisten arbeiten, ihnen gehören keine Produktionsmittel, außer ihrer Arbeitskraft.

e) Herrschaft der Arbeiterklasse, wie kurze Zeit in Russland nach der Oktoberrevolution (1917). Die Arbeiter und Arbeiterinnen herrschen, gemeinsam mit den armen Bauern und arbeiten für ihr eigenes Wohl.

f) Herrschaft der Bürokratie, wie im gesamten Ostblock, nachdem Stalin die Macht übernommen hat. Die Arbeiter und Arbeiterinnen müssen für das Wohl der Bürokratie arbeiten und haben nicht selbst die politische Macht. Gleichzeitig ist der Kapitalismus aber nicht errichtet worden.

Diese Systeme kennen mehrere Epochen (die Epoche des Untergangs des Kapitalismus zum Beispiel nennt sich Imperialismus).

12. Muss in einer Klassengesellschaft immer Klassenkampf herrschen?

Ja. Oft gibt es Klassenkampf unter der Oberfläche und man sieht ihn nicht genau Es gibt aber Zeiten, wo die Interessen der Klassen stärker oder schwächer aufeinander treffen. Der Klassenkampf lässt sich ebenso wie wirtschaftliche Entwicklungen in verschiedene Stufen, wir nennen sie Perioden einteilen.

13. Wie funktioniert der Kapitalismus?

Der Kapitalismus beruht auf der Ausbeutung der Arbeiterklasse durch die Kapitalisten. Die Abpressung eines riesigen Mehrwerts schafft die Grundlage für ihre wirtschaftliche und politische Herrschaft. Die mächtigste Gruppe innerhalb der Klasse der Kapitalisten sind die Großunternehmer und die Finanzkonzerne. Sie kontrollieren, durch ihren wirtschaftlichen Einfluss, die Spitzen der Parteien, der Polizei und der Gerichte, die Medien sowie was an Schulen und in der Universität unterrichtet wird. Der Kapitalismus kann verschiedene Erscheinungsformen annehmen, sei es die Parlamentarische Republik, eine Militärdiktatur oder ein faschistisches Regime.

14. Was gibt es heute für wichtige Klassen in Westeuropa?

a) Die Kapitalistenklasse: sie besitzt die großen Produktionsmittel (Banken, Konzerne, Medien,…), und beutet ihre Arbeiter und Arbeiterinnen aus. Sie hat die Macht und kontrolliert den Staat, das Parlament, das Militär und die Medien durch ihren wirtschaftlichen Einfluss.

b) Das Kleinbürgertum und die Mittelschicht: diese privilegierten Klassen und Schichten, besitzen teilweise Produktionsmittel und werden nicht ausgebeutet, vielmehr sind sie (bis auf Ausnahmesituationen) eine wichtige Stütze der Kapitalistenklasse. Sie leben von ihrer eigenen Arbeit. Zu diesen Schichten bzw. Klassen gehören zum Beispiel Bauern, kleinere Manager, Rechtsanwälte und Polizisten.

c) Die Arbeiterklasse: sie besitzt keine Produktionsmittel und arbeitet für den Profit der Kapitalisten. Auch vorrübergehend Arbeitslose sind Teil der Arbeiterklasse.

d) Das Lumpenproletariat: sie sind eine sehr kleine Schicht und nehmen nicht an der Produktion teil (z.B. Kriminelle, lange Zeit Obdachlose,...).

 

Arbeiterklasse und Sozialismus

15. Warum ist die Arbeiterklasse eine besondere und revolutionäre Klasse?

Die Arbeiterklasse ist eine der Hauptklassen im Kapitalismus, sie ist eine einheitliche und weltweite Klasse, die über die Landesgrenzen hinweg eine Klasse darstellt. Die Arbeiterklasse trägt die kapitalistische Weltwirtschaft und sie hat ein gemeinsames Interesse. Sie ist die erste Klasse in der Geschichte der Menschheit, die nicht nur ein Interesse an einem neuen System hat, also die herrschende Klasse stürzen muss, sondern gleichzeitig auch ein Interesse an der Aufhebung der Klassenherrschaft überhaupt hat. Mit anderen Worten: es ist ihre Aufgabe die Herrschaft einer Klasse über eine andere Klasse zu beenden.

16. Was ist Sozialismus?

Der Sozialismus ist ein System, in dem es keine Klassen gibt. Bis aber die Klassen absterben muss es eine lange Übergangsphase geben, in der das vorbereitet wird. Die Wirtschaft dient allen Menschen, die Unterdrückung eines Menschen durch einen anderen in Form des Staats ist aufgehoben. Es wird eine schnelle Entwicklung der Wirtschaft und Kultur geben, weil das erste Mal in der Geschichte der Menschheit, die Mehrheit der Menschen wirklich für sich selbst arbeitet. Im Sozialismus wird das Prinzip „Jeder nach seinen Fähigkeiten, Jedem nach seinen Leistungen“ umgesetzt.

17. Wie können wir zum Sozialismus kommen?

Der Sozialismus ist eine klassenlose Gesellschaft, die Klasse die berufen ist den Sozialismus einzuführen ist die Arbeiterklasse. Die erbittertsten Feinde des Sozialismus sind die Besitzenden von heute, also die Kapitalistenklasse. Es braucht eine Revolution der Arbeiterklasse, um als einen Schritt zum Übergang zum Sozialismus die Herrschaft der Arbeiterklasse zu errichten. Um die Kapitalistenklasse daran zu hindern wieder an die Macht zu kommen, braucht die Arbeiterklasse einen eigenen Staat um sich zu wehren. Die großen Produktionsmittel müssen aus den Händen der Unternehmen der Planung durch das werktätige Volk übergeben werden.

18. Was passiert auf dem Weg zum Sozialismus mit dem Staat?

Mit der Zeit, wenn sich die Revolution von einem Land, auf einen Großteil der Welt ausgebreitet hat, wird der Widerstand der Ausbeuter immer geringer werden. Es wird immer weniger notwendig, dass der Staat eine unterdrückende Funktion übernimmt, er wird immer mehr nur zu Verwaltung eingesetzt. Das bedeutet er wird immer weniger ein Staat im klassischen Sinn (Werkzeug einer Klasse zu Unterdrückung einer anderen Klasse). Er stirbt also ab, weil die arbeitenden Menschen kein Interesse an seiner Aufrechterhaltung haben.

19. Warum gab es in der Sowjetunion, im Ostblock und China keinen Sozialismus?

Der Sozialismus ist ein System, das nur auf weltweiter Ebene durchgesetzt werden kann. Zusätzlich ist in den stalinistischen Staaten die Unterdrückung und Überwachung des Volkes angestiegen. Anstatt dass der Staat schwächer wurde ist er stärker geworden. Die Herrschaft hatte nicht die Arbeiterklasse im Bündnis mit den armen Bauern, sondern die Bürokratie des Staatsapparats und der Partei.

20. War diese Entwicklung schon vorherbestimmt?

Nein, keineswegs. Durch die Oktoberrevolution 1917 hat die Arbeiterklasse in Russland die Macht erobert. Doch da sich die Revolution nicht schnell genug ausbreitete, schaffte es die Bürokratie um Stalin, nach Lenins Tod, die Macht zu erlangen, und die Arbeiterdemokratie abzuschaffen. Doch war dies keineswegs vorprogrammiert. Hätte die Revolution in mehreren Ländern, oder gar in Westeuropa gesiegt, wäre der Stalinismus nie an die Macht gekommen.

21. Was kann die Arbeiterklasse machen, damit so eine Entwicklung nicht mehr passiert?

Eine wichtige Lehre ist, dass man den Organen der Herrschaft der Massen – den Räten – mehr Gewicht gibt. Räte funktionieren so: die Beschäftigten in einer Fabrik (oder einer Schule, eines Stadtviertel oder eines Dorfes) wählen Vertreter und Vertreterinnen auf öffentlichen Versammlungen. Diese Vertreter und Vertreterinnen bilden die Delegierten der Räte, sie dürfen keine Privilegien besitzen und müssen jederzeit abwählbar sein. Es ist auch wichtig, möglichst bald die Revolution auf andere Länder und Kontinente auszudehnen. Doch das wichtigste ist, dass sich die Arbeiterklasse rechtzeitig eine internationale revolutionäre Partei schafft, die die Revolution organisieren und die Arbeiter, Arbeiterinnen und Unterdrückten in den Kampf führen kann.

22. Kann man den Sozialismus durch Wahlen oder das Parlament einführen?

Nein, denn selbst wenn wir uns an die Spielregeln der bürgerlichen Demokratie, also des Parlaments halten würden, so machen das die Ausbeuter und Bosse noch lange nicht. Wenn wir Arbeiter und Arbeiterinnen ihnen zu gefährlich werden sind sie gerne bereit mit dem Militär oder Faschisten gegen uns vorzugehen (z.B. das Parlament durch eine Militärdiktatur zu ersetzen). Es gibt viele Beispiele, in denen die Ausbeuter bürgerlich-demokratische Wahlen ausgeschaltet haben, weil die Unterdrückten zu stark waren (z.B. Österreich, Deutschland 1933, Spanien 1936, Griechenland 1967, Chile 1973, Türkei 1980, 2002 Venezuela, 2009 Honduras, Mali 2012).

23. Warum kann eine Revolution nicht friedlich vor sich gehen?

Weil die Ausbeuterklassen bis jetzt sich immer mit Waffen dagegen gestellt haben, ihre Vorrechte (Privilegien) zu verlieren. Sie weigerten sich also, nicht mehr ausbeuten zu dürfen. Für sie sind wir Arbeiter und Arbeiterinnen nur dazu notwendig um für ihren Profit zu arbeiten, sie haben kein Problem uns massenhaft erschießen zu lassen, wenn wir ihre Herrschaft gefährden. Allein in den letzten Jahren hat man am Beispiel der arabischen Revolution gesehen, das friedliche Proteste zu weiteren Toten, Gefangenen und Gefolterten geführt haben. Erst durch den bewaffneten Aufstand haben die Unterdrückten eine Chance, sich ihre Freiheit und ihr Leben zu erkämpfen.

24. Was bedeutet Enteignung?

Enteignung heißt, dass die Produktionsmittel und der Reichtum den Kapitalisten nach der Revolution weggenommen werden. Sie gehen in den Besitz des arbeitenden Volkes und seines Staates über und werden entsprechend den Erfordernissen der gesamten Gesellschaft eingesetzt. Es kann auch dazu kommen, dass Teile der Kapitalistenklasse schon vor der Revolution oder auf dem Weg dorthin enteignet werden. (Daher unser Losung „Enteignung der Superreichen“.) Für Enteignung gibt es keine Entschädigung. Sie ist vollständig nur nach der Revolution möglich.

25. Was ist der Marxismus?

Unter Marxismus verstehen wir die Wissenschaft, die die Welt erklärt und mit der wir zum Sozialismus kommen können. Der Marxismus wurde von Karl Marx (deswegen der Name) begründet und stellt sich aktiv in den Dienst der Unterdrückten um ihnen ein Werkzeug zu sein um eine neue Welt aufzubauen.

 

Kampf gegen Imperialismus

26. Was für grundsätzlich unterschiedliche Arten von Ländern kennst du?

a) Imperialistische Länder (die Länder Westeuropas, USA, China, Russland, Japan,...): es herrscht der Kapitalismus, sie unterdrücken andere Länder und beuten sie wirtschaftlich aus.

b) Halbkoloniale Länder (die Länder Südamerikas, Afrikas, Osteuropas, Süd- und Westasiens): es herrscht der Kapitalismus, sie sind haben zwar formell unabhängig, werden aber wirtschaftlich (ist Überausbeutung) von der herrschenden Klasse der imperialistischen Länder ausgebeutet und dadurch politisch beherrscht.

c) Koloniale Länder (heut nur noch wenige, wie Französisch Guyana, Falklandinseln, sowie direkt vom Imperialismus besetzte Länder wie Afghanistan): es herrscht der Kapitalismus, sie werden direkt vom Imperialismus besetzt und verwaltet, somit überausgebeutet.

d) Degenerierter Arbeiterstaat (wie Nordkorea, Kuba): es herrscht eine bürokratische Planwirtschaft, diese Länder kommen leicht mit den Imperialismus in einen Konflikt.

e) Arbeiterstaat (wie in der revolutionären Sowjetunion): es herrscht eine Planwirtschaft im Interesse der Arbeiterklasse, der Arbeiterstaat ist ein Ausgangspunkt für die Weltrevolution und deswegen erbitterter Fein des Imperialismus.

27. Was ist Imperialismus?

Imperialismus ist das Zeitalter des verrottenden Kapitalismus. In ihm schafft es entweder die Arbeiterklasse die Macht zu übernehmen, oder die Menschheit versinkt in Barbarei. Im Imperialismus spitzen sich die Konflikte sowohl zwischen Arbeiterklasse und Kapitalistenklasse als auch zwischen den unterdrückten und unterdrückenden Ländern zu. Der Imperialismus ist daher das Zeitalter der Kriege und Revolutionen. Der Imperialismus zeichnet sich durch die wirtschaftliche Herrschaft der Großkonzerne und die politische Herrschaft der Großmächte aus.

28. Was ist die nationale Frage?

Mit dem Kapitalismus haben sich Nationen herausgebildet. In den imperialistischen Ländern ist die nationale Frage durch die Kapitalistenklasse gelöst worden. In den unterdrückten Nationen spielt sie immer noch eine wichtige Rolle, weil sie vom Imperialismus ausgebeutet und unterdrückte werden. Unter dem Recht der nationalen Selbstbestimmung verstehen wir, dass eine Nation nicht mehr von anderen Nationen unterdrückt wird, dass man das Recht hat seine Muttersprache zu sprechen und seine Kultur auszuleben. Elemente der nationalen Frage sind auch bei MigrantInnen gegeben.

29. Was ist Krieg?

Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Das heißt eine Klasse versucht ihre politischen Ziele offen mit Waffen und massiver Zerstörung durchzusetzen. Z.B. im Vietnamkrieg, in den 60ern und frühen 70er-Jahren, wollten die US-Kapitalisten den Widerstand der Arbeiter, Arbeiterinnen und Bauern in Vietnam brechen, um ihre Vorherrschaft in Ostasien abzusichern. Im Mali-Krieg seit Jänner 2013 versucht die EU ihre Interessen an Öl und anderen Ressourcen gegen den anti-imperialistischen Widerstand zu sichern.

30. Was gibt es für verschiedene Arten von Kriegen?

a) Imperialistischer Krieg: Kampf von zwei oder mehreren unterdrückenden (imperialistischen) Ländern gegeneinander. Hier geht es darum die Welt untereinander aufzuteilen (z.B. 1.Weltkrieg und 2.Weltkrieg, ohne Sowjetunion).

b) Nationaler Befreiungskrieg: Kampf eines unterdrückten Landes gegen ein unterdrückendes Land. Auch wenn das unterdrückte Volk unter Herrschaft der Kapitalisten in diesen Krieg zieht, ist er gerecht, weil er zum Ziel hat die nationale Unterdrückung abzuschütteln.

c) Revolutionärer Krieg: Kampf eines Staates in dem die Arbeiterklasse herrscht gegen ein kapitalistisches Land. Dieser Krieg wird geführt um die Arbeiterklasse und die Unterdrückten zu befreien und die Weltrevolution auszudehnen.

d) Bürgerkrieg: in ihm bekämpfen sich verschiedene Klassen, Schichten oder Teile von Klassen innerhalb eines Landes. Die Kommunisten und Kommunistinnen kämpfen mit den Massen der Arbeiterklasse und der Unterdrückten gegen die Ausbeuter und ihre Handlanger.

31. Wie sollen sich Kommunisten und Kommunistinnen in verschiedenen Kriegen verhalten?

a) Kommunisten und Kommunistinnen in imperialistischen Ländern treten immer dagegen auf, dass ihr Land Krieg führt (egal gegen wen). Sie treten im Kriegsfall dafür ein, dass „ihr“ Land verliert und dass sich die Soldaten verbrüdern sollen.

b) Kommunisten und Kommunistinnen in halbkolonialen oder kolonialen Ländern verteidigen ihr Land gegen den Imperialismus. Sie treten aber dafür ein, dass jeder gerechte Krieg als revolutionärer Krieg unter Führung der Arbeiterklasse geführt wird.

c) Kommunisten und Kommunistinnen in Arbeiterstaaten verteidigen das Land, dass der Herrschaft des Kapitalismus entrissen wurde, erklären aber den Soldaten, die gegen sie kämpfen, dass ihr wahrer Feind nicht der Arbeiterstaat, sondern ihre herrschende Klasse ist.

32. Sollen Kommunisten und Kommunistinnen in die bürgerliche Armee eintreten?

Ja und Nein. Gibt es einen rechtlichen Zwang, in die Armee einzutreten (Wehrpflicht) dann treten wir in der Regel in die bürgerliche Armee ein. Wir lernen Schießen und passen bei der militärischen Ausbildung gut auf, denn früher oder später werden wir sie gegen die Ausbeuter richten. In der Armee kämpfen wir im Untergrund für die Rechte der einfachen Soldaten, gegen den imperialistischen Krieg, gegen die Offizierskaste und für Soldatenräte. Wir lehnen es in so einem Fall ab, Zivildienst zu machen oder den Wehrdienst zu verweigern. Gibt es keine Wehrpflicht, ist es weniger notwendig, in die Armee einzutreten.

33. Für welche Armee sind wir?

Wir sind für eine Rote Armee, die ausschließlich unserer Klasse dient und den Imperialismus und die Ausbeuter bekämpft. In so einer Armee gilt: maximale demokratische Mitbestimmung, solange es die militärische Lage zulässt. In so einer Armee wird es keine Privilegien für Kommunisten und Kommunistinnen oder Offiziere geben!

34. Wie verhalten wir uns zum Unabhängigkeitskampf von Völkern?

Wenn die Mehrheit eines Volkes dafür ist einen eigenen Staat zu gründen, unterstützen wir diesen Wunsch. Wir treten aber nicht dafür ein, dass der neue Staat unter der Herrschaft des Kapitalismus existiert, sondern auf sozialistischer Grundlage, also unter der Herrschaft der Arbeiterklasse und der Bauernschaft errichtet wird. Beispiele für berechtigte Unabhängigkeitskämpfe heute sind der Kampf des kurdischen, palästinensischen, tschetschenischen, tamilischen und tibetischen Volkes.

35. Warum sind wir Gegner des Imperialismus?

Weil der Imperialismus heute der Hauptfeind der Arbeiterklasse auf der Welt ist. Er unterdrückt nicht nur die Arbeiterklasse, sondern auch die absolute Mehrheit der arbeitenden Menschen auf unserer Erde.

36. Was ist Internationalismus?

Internationalismus bedeutet, dass wir Arbeiter und Arbeiterinnen wissen, dass wir Teil einer weltweiten Klasse sind, und dass diese Klasse ein gemeinsames Ziel hat. Er bedeutet, dass wir unabhängig davon welche Hautfarbe und Herkunft haben, eine gemeinsame Heimat, unsere Klasse haben. Wir helfen allen Arbeitern, Arbeiterinnen und Unterdrückten in ihrem Befreiungskampf, je nach der Situation durch Solidaritätsaktionen, Resolutionen, Spenden, Aktionen, Streiks, oder sogar Waffen. Internationalismus bedeutet auch, dass wir uns mit dem Kampf unterdrückter Völker solidarisieren.

37. Was ist die demokratische Revolution?

Im Großteil der Welt (in den Ländern Südamerikas, Afrikas, Asiens und Osteuropas) sind grundlegende demokratische und nationale Rechte noch nicht erkämpft worden. Die Aufgaben der demokratischen Revolution sind:

Erkämpfung umfassende demokratische - Rechte (Redefreiheit, Pressefreiheit, Bewegungsfreiheit, Gleichberechtigung der Frau und der nationalen oder religiösen Minderheiten,…)

Durchsetzung eine umfassende Landreform - (Aufteilung des Landes der Großgrundbesitzer auf die armen und landlosen Bauern)

Nationale Befreiung von der Ausbeutung - durch den Imperialismus

38. Was bedeutet permanente Revolution?

Permanente Revolution bedeutet, dass die demokratische Revolution nur unter der Führung und Herrschaft der Arbeiterklasse erfolgreich durchgeführt werden kann. Das ist deshalb so, weil die Kapitalisten der unterdrückten Nationen zu schwach sind und lieber mit dem Imperialismus gemeinsame Sache machen, als ihre geschichtlichen Aufgaben zu erfüllen. Es ist die Aufgabe der Arbeiterklasse der unterdrückten Nationen, die demokratische Revolution weiterzutreiben und zu einer sozialistischen Revolution zu machen, also die demokratischen und nationalen Ziele der Revolution mit den sozialen Zielen der Arbeiterklasse zu verbinden.

39. Wer sind die Verbündeten der Arbeiterklasse in den Halbkolonien und Kolonien?

Die engsten Verbündeten der Arbeiterklasse sind die armen oder landlosen Bauern sowie die städtische Armut (verarmte Händler, Slumbewohner,…). Diese Schichten muss sie für die Revolution gewinnen, um erfolgreich zu sein.

In einer großen Volksbewegung kann es auch möglich sein, dass sie die Mittelbauern und die städtischen Mittelschichten zeitweilig gewinnt, doch bei diesen Schichten geht es eher darum sie zu neutralisieren (damit sie weder mit der Arbeiterklasse noch mit den Kapitalisten gehen).

Wenn die Kapitalistenklasse dieses Landes mit dem Imperialismus in einen Konflikt kommt, kann es auch möglich sein, dass die Arbeiterklasse militärische oder praktische Aktionen gemeinsam mit ihnen macht. Ein solches Bündnis ist jedoch – falls es überhaupt zustande kommt – höchst brüchig und nur von kurzer Dauer.

40. Wie kämpfen wir gegen die Zerstörung unserer Umwelt?

Der Kapitalismus und seine Wirtschaft arbeiten nicht für die Interessen der Menschen sondern für den Profit der Kapitalisten. Die Zerstörung der Umwelt hat sehr rasante Ausmaße angenommen, deswegen müssen wir, die Arbeiterklasse die Zerstörung unseres Planten verhindern. Wir sind für die Abschaffung der Atomkraft und der Ausbau der erneuerbaren Energie unter Kontrolle der Arbeiter und Arbeiterinnen, sowie von Experten und Expertinnen denen unsere Klasse vertrauen kann. Der öffentliche Verkehr muss ausgebaut werden, aber die Kollegen und Kolleginnen in umweltschädlichen Branchen müssen umgeschult werden und dürfen nicht einfach auf der Straße enden.

Revolutionäre Partei

41. Warum braucht die Arbeiterklasse eine revolutionäre Partei?

Die Arbeiterklasse ist die einzige revolutionäre Klasse in der heutigen Gesellschaft. Sie kämpft gegen einen sehr starken Feind, er hat große Erfahrung, ist militärisch und organisatorisch überlegen. Der fortgeschrittenste Teil der Arbeiterklasse muss sich organisatorisch und politisch (im Form der revolutionären Partei) zusammenschweißen um die Arbeiterklasse in die Revolution führen und gegen die Kapitalistenklasse gewinnen zu können.

42. Wie ist das Verhältnis der Kommunisten und Kommunistinnen zur Arbeiterklasse?

Unser Programm ist der Ausdruck der Interessen der Arbeiterklasse, er ist ein Kompass für unsere Klasse um zum Sieg zu gelangen. Wir kämpfen in der Arbeiterklasse für eine revolutionäre Führung und versuchen die Arbeiter und Arbeiterinnen von unseren Idee zu überzeugen. Wir lehnen jede Gewalt, jeden Zwang und jede Unterdrückung innerhalb unserer Klasse ab. Wir wollen die Revolution nur machen, wenn die Mehrheit unserer Klassenbrüder und –schwestern hinter uns steht. Wir sind immer auf der Seite der unterdrücktesten Schichten und kämpfen für Klassensolidarität.

43. Warum brauchen wir eine internationale Partei?

Weil der Kapitalismus ein Weltsystem ist und sich die Kapitalistenklasse international koordiniert. Die Arbeiterklasse ist eine internationale Klasse die sich nicht anhand von nationalen Grenzen spalten lässt. Unsere Heimat ist die Welt. Wir brauchen eine weltweite Strategie, einen weltweiten Kampf, eine Weltrevolution und deswegen eine Weltpartei!

44. Gab es schon internationale Parteien der Arbeiterklasse?

Ja, es gab bisher vier Internationalen (Weltparteien der Arbeiterklasse). Sie lieferten beeindruckende Errungenschaften und Erfahrungen für unseren revolutionären Kampf. Doch letztlich versagten sie alle, wurden verraten oder zerfielen.

1. Internationale, gegründet von Marx und Engels 1864, zerfiel 1876.

2. Internationale (auch Sozialistische Internationale), 1889 gegründet, war in etwa bis zum ersten Weltkrieg eine revolutionäre Internationale, dann zerfiel sie und wurde als Internationale der Sozialdemokraten wiedergegründet, sie existiert formell bis heute.

3. Internationale (auch Kommunistische Internationale), wurde 1919 von Lenin gegründet, sie verallgemeinerte die Erfahrungen der Oktoberrevolution. Wurde von Stalin verraten, die Revolutionäre und Revolutionärinnen ausgeschlossen und teilweise ermordet. Wurde 1943 aufgelöst.

4. Internationale (auch Trotzkistische Internationale), wurde 1938 von Trotzki gegründet. Sie wurde durch die extreme Verfolgung seitens der Faschisten, Stalinisten und bürgerlichen „Demokraten“ verfolgt und geschwächt. Seit Ende der 1940er Jahre paßte sie sich an den Stalinismus, Sozialdemokratie und kleinbürgerlichen Nationalismus an und zerfiel 1953.

45. Warum sind wir für die Gründung der 5.Internationale?

Weil alle anderen Internationalen bisher scheiterten, ihre historische Aufgabe nicht erfüllten und die Arbeiterklasse dringend eine revolutionäre internationale Führung braucht, so dringend wie das tägliche Brot!

46. Was ist demokratischer Zentralismus?

Demokratischer Zentralismus ist ein Prinzip in revolutionären Organisationen und Parteien. Er besagt: größtmögliche Mitbestimmung der Mitglieder innerhalb der Organisation/Partei, Umsetzung der Beschlüsse durch alle Mitglieder, alle Mitglieder müssen die politische Arbeit mittragen. Für einen bestimmten Zeitraum wird eine von der Mitgliedschaft kontrollierbare Führung gewählt, die bis zur nächsten Wahl Entscheidungen treffen darf. Mitbestimmung nicht um der Mitbestimmung willen, sondern um die Organisation auf den richtigen Weg zu führen! Je nach Klassenkampfsituation nimmt der demokratische Zentralismus unterschiedliche Formen an.

 

Feinde der Arbeiterklasse

47. Was bedeutet reaktionär?

Reaktionär kommt aus dem lateinische und bedeutet rückwärtsgewandt. Reaktionär ist alles was für die Gesellschaft oder unsere Klasse einen Rückschritt bedeutet.

48. Was ist Faschismus?

Faschismus ist eine rechte Bewegung, die auf der Straße mit Gewalttaten gegen Migranten, Migrantinnen, „Volksfeinde“ (z.B. Juden, Roma,…) und Mitglieder von Arbeiterorganisationen vorgeht. Der Faschismus möchte die bürgerliche Republik durch seine offene Terrorherrschaft ersetzen und alle Organisationen der Arbeiterklasse zerschlagen. Er kann nur an die Macht kommen, wenn die Kapitalisten ihn gegen unsere Klasse einsetzen wollen. Er ist sozusagen ihre „Notbremse“, um eine Revolution zu verhindern. Der Faschismus kann nur zu einer Massenbewegung werden, wenn er von den Kapitalisten unterstützt und finanziert wird.

49. Auf welche Klassen stützt sich der Faschismus?

Die Faschisten stützen sich auf das Kleinbürgertum oder ehemalige Besitzer von kleinen Produktionsmitteln die durch den Kapitalismus in einer Krise zerstört wurden. Auch das Lumpenproletariat bildet eine wichtige Basis für den Faschismus, durch sie gewinnt er vor allem Kämpfer für seine Streitkräfte. Wenn der Faschismus zu einer großen Bewegung wird, dann kann er auch Unterstützung von den obersten oder den untersten, verwahrlosten Schichten der Arbeiterklasse bekommen. Er wird nur dann zu einer Massenbewegung, wenn er von Teilen der Großkapitalisten unterstützt und finanziert wird.

50. Nenne Beispiele für faschistische Bewegungen!

Zum Beispiel: die Nazis in Deutschland/Österreich, die Jobbik/Ungarische Garde in Ungarn, die MHP/Bozkurt in der Türkei, English Defence League in Großbritannien, die Faschisten in Italien, Cetniks in Serbien, Ustascha in Kroatien,…

51. Was ist Nationalismus?

Nationalismus ist eine poltische Strömung, die der Meinung ist, dass eine Nation besser ist als andere und dass alle Menschen, die Teil dieser Nation sind, ein Interesse haben sie zu unterstützen.

52. Was ist Patriotismus?

Patriotismus ist ein verdeckter Nationalismus, der der Meinung ist, dass keine Nation besser ist als eine andere. Er tritt aber dafür ein, dass man seine Nation unterstützt.

53. Sollen Arbeiter und Arbeiterinnen patriotisch oder nationalistisch sein?

Nein! Unsere Heimat ist die Welt, unser Stolz ist unsere Klasse, wir Arbeiter und Arbeiterinnen in Österreich haben viel mehr gemeinsam mit Arbeiterinnen in Indien oder Arbeitern in Simbabwe, als mit den österreichischen Bossen! Wir müssen aber anerkennen, dass der Nationalismus der unterdrückten Völker in erster Linie eine Antwort auf ihre Unterdrückung ist und man ihn deswegen nicht mit dem Nationalismus der herrschenden Völker gleichsetzen kann. Wir sind für die Gleichberechtigung aller Völker und eine gemeinsame Zukunft in Frieden und Sozialismus!

54. Was ist Individualismus?

Der Individualismus ist eine Ideologie, die meint, dass es in Ordnung ist wenn Einzelpersonen Sonderrechte haben. Diese Ideologie wird von den Bossen eingesetzt, um unsere Einheit zu untergraben. Der Individualismus entspricht den Interessen des Kleinbürgertums und der Mittelschicht, dessen wirtschaftliche Grundlage individuell ausgerichtet ist (die einen besitzen individuell kleine Produktionsmittel, die anderen werden individuell in besseren Positionen angestellt). Wir bekämpfen den Individualismus, denn er nutzt nur denen die mehr Rechte haben, Befreiung von allen oder von Niemand! Tatsächlich kann sich die einzelne Persönlichkeit nur dann frei und vielfältig entwickeln, wenn sich die Gesellschaft als Ganzes frei und vielfältig entwickeln kann.

55. Was bedeutet „bürgerlich“?

Ein anderes Wort für Kapitalistenklasse ist das französische Wort „Bourgeoise“ (sprich: „Burschwasie“), dieser Wort heißt Bürgertum. Eine bürgerliche Politik ist also eine Politik die den Interessen des Bürgertums entspricht.

56. Kann es mehrere bürgerliche Parteien geben?

Ja, in Österreich ist zwar traditionelle die ÖVP die Hauptpartei der Kapitalistenklasse, doch die FPÖ vertritt ebenso die Interessen eines, wenn auch kleinen, Teils der herrschenden Klasse. In anderen Ländern gibt es mehrere größere bürgerliche Parteien, die verschieden Gruppen von Kapitalisten vertreten (z.B. konservative und liberale Kapitalisten).

 

Feinde in den eigenen Reihen

57. Was ist Reformismus?

Der Reformismus ist eine politische Strömung, innerhalb der Arbeiterbewegung, die meint, dass man zum Sozialismus oder zu einer besseren Welt schrittweise und durch friedliche Reformen kommen kann. In Wirklichkeit verteidigt er die bürgerliche Ausbeutungsgesellschaft und richtete sich in der Geschichte gegen Revolutionen, die Ausbeutungssysteme zerschlagen wollten. Er macht die ehrlichen Kämpfer für eine bessere Welt wehrlos, und verkauft sie an die „ehrlichen“ Lügner im Parlament. In Österreich bahnte der Reformismus in Form der Sozialdemokratie dem Faschismus die Bahn, in dem es den Widerstand der Arbeiter und Arbeiterinnen verriet.

58. Was kennst du für reformistische Kräfte?

1. Die Sozialdemokratie (z.B. SPÖ)

2. Stalinistische oder ehemals stalinistische Parteien (z.B. KPÖ)

59. Warum konnte sich der Reformismus in der Arbeiterbewegung durchsetzen?

Weil es den Kapitalisten gelungen ist eine Bürokratie in den Arbeiterorganisationen (Parteien, Gewerkschaften) heranzuziehen, die viele Privilegien hat. Diese Bürokratie hat ein Interesse ein möglichst gutes Auskommen mit den Kapitalisten zu haben (um ihre Privilegien zu behalten) und den Kapitalismus zu bewahren.

60. Auf wen stützt sich die Bürokratie in den Arbeiterorganisationen?

Sie stützt sich auf eine kleine privilegierte Schicht in der Arbeiterklasse, die Arbeiteraristokraten. Diese Schicht wird von den Bossen mit eine relativ hohen Lebensstil/Gehalt eingekauft, um so ihre Ideen in einen Teil der Arbeiterklasse zu tragen.

61. Was bedeutet kleinbürgerlich?

Das Kleinbürgertum ist eine Zwischenklasse im Kapitalismus, sie wird immer mehr zwischen Arbeiterklasse und Kapitalisten aufgerieben. Ihre Existenz beruht entweder auf individuellen Besitz von kleinen Produktionsmitteln (kleines Geschäft, Gasthaus, Arztpraxis, Bauernhof,…) oder auf einer individuellen Beschäftigung (Ingenieur, Professorin, Architekt,…). Gleichzeitig hat diese Klasse zu einem gewissen Grad ein kurzfristiges Interesse an der Aufrechterhaltung des Privateigentums an Produktionsmitteln oder der Ausbeutung der Arbeiterklasse (weil sie Privilegien aus der Ausbeutung der Arbeiterklasse beziehen) aber ein langfristiges Interesse am Sozialismus. Dies macht sie zu einer sehr widersprüchlichen Klasse. Kleinbürgerlich heißt, dass etwas den Interessen des Kleinbürgertums entspricht (reformistische Politik ist zum Beispiel kleinbürgerlich). Politische Antworten, die auf eine individuelle oder schrittweise Verbesserung abzielen, entsprechen meist dem tagträumerischen Denken des Kleinbürgertums.

Die Grünen und andere Ökoparteien sind zum Beispiel kleinbürgerliche Parteien. Ihre Basis ist vor allem die Mittelschicht, aber auch Intellektuelle. Sie verbinden eine sehr unterschiedliche, nicht klare Politik mit dem „Problemen“ dieser besser gestellten Schichten. In der Regierung unterscheidet sich ihre Politik in keiner Weise von der der ÖVP, auch wenn sie teilweise für mehr Öko-Projekte ist. Den Grünen ist die Arbeiterbewegung fremd. In Deutschland haben sie sogar massive Angriffe auf unsere Klasse gemacht, sie stimmten für die imperialistische EU und Aufrüstung und unterstützen Israel.

62. Was genau ist die Sozialdemokratie?

Die Sozialdemokratie ist eine politische Kraft, die in den imperialistischen Ländern oft die Arbeiterbewegung kontrolliert. Sie hat in ihrer gesamten Geschichte bewiesen, dass sie gegen den Sozialismus ist und, wenn es sein muss, lieber Seite an Seite mit den Kapitalisten gegen uns Arbeiter und Arbeiterinnen kämpft. Die sozialdemokratische Bürokratie ist ein Helfer, ein verlängerter Arm, der Kapitalisten innerhalb unserer Klasse.

63. Was ist Stalinismus?

Der Stalinismus hat sich in der Sowjetunion nach der erfolgreichen Oktoberrevolution herausgebildet. Er ist eine Strömung, die gegen die Weltrevolution und eine konsequente revolutionäre Politik gerichtet ist. Seine Ursache war die Entwicklung einer Bürokratie, deren Interessen gegen die Arbeiterklasse gerichtet waren. Nach dem Fall des Stalinismus in Osteuropa und der Wiederherstellung des Kapitalismus in China hat der Stalinismus viel Einfluss verloren. Er betreibt in den allermeisten Fällen eine reformistische Politik, die aber linker erscheint als die der Sozialdemokratie. Auch wenn sich die „Stalinisten“ meist Kommunisten nennen, so hat ihre Politik wenig damit zu tun. Geschichtlich gesehen hat die stalinistische Bürokratie Hunderttausende von wirklichen Kommunisten und Kommunistinnen umgebracht.

64. Kann man reformistische Parteien für die Revolution gewinnen?

Realistisch betrachtet: Nein. Reformistische Parteien werden von einer sehr mächtigen und erfahrenen Bürokratie gelenkt. In ihnen spielen die Massen der Arbeiterklasse eine sehr geringe Rolle. Es wird oft schwer sein auch nur eine revolutionäre Fraktion in ihnen aufbauen zu können.

65. Was ist Zentrismus?

Der Zentrismus ist eine Kraft, die zwischen Reform und Revolution schwankt. Er passt sich an verschiedene nicht-revolutionäre Kräfte an und hat Hoffnungen sie für den Sozialismus gewinnen zu können (in den imperialistischen Ländern: die reformistische Bürokratie, in den Halbkolonien: kleinbürgerlichen Nationalistische oder antiimperialistische, nicht-revolutionäre Kräfte). Der Zentrismus nimmt das kommunistische Programm und bricht ihm seine revolutionäre Spitze sowohl in der Theorie als auch der Praxis ab (um ihn „erträglicher“ für seine „Verbündeten“ zu machen).

66. Was bedeutet ultralinks?

Politische Organisationen, die ultralinks sind, vertreten meist eine Politik, die überall wo die Reformisten ein Plus machen ein Minus macht. Das führt dazu, dass sie zwar in Worten sehr radikal sind, aber in der Praxis meist eine untaugliche Politik verfolgen. Sie sind sektiererisch, das heißt, dass sie gegen gemeinsame Aktionen von Arbeiterorganisationen (Gewerkschaften, Arbeiterparteien, Organisationen die sich auf die Arbeiterklasse orientieren,…) sind. Oft grenzen sie sich auch falsch vom Reformismus ab (das heißt, dass sie die Reformisten und Zentristen mehr beschimpfen, als sie zu kritisieren). Man bekämpft das Ultralinkstum am besten, wenn man konsequent gegen den Reformismus kämpft.

67. Was ist Anarchismus?

Der Anarchismus ist eine politische Strömung, die wie wir für eine klassenlose Gesellschaft kämpft. Doch er lehnt ab, dass die Arbeiterklasse die einzig revolutionäre Klasse ist, lehnt es ab einen Arbeiterstaat zu errichten um die Kapitalisten zu hindern wieder an die Macht zu kommen, ebenso wie er ablehnt eine revolutionäre Partei aufzubauen. Er ist nicht konsequent gegen den Imperialismus und verteidigt auch nicht die unterdrückten Völker. Er meint, dass Hierarchien das Grundübel in der Klassengesellschaft wären.

68. Was ist die Einheitsfront?

Die Einheitsfront ist eine Taktik von Kommunisten und Kommunistinnen um gemeinsam mit nicht-revolutionären Kräften kämpfen zu können. Eine Einheitsfront wird zu einem bestimmten Ziel gebildet, weil man selbst zu schwach ist, um das Ziel zu erfüllen. (z.B. Organisierung von Demonstrationen oder Streiks zur Verhinderung eines Angriffs der Herrschenden) Wir bilden also keine Einheitsfronten um der Einheit willen, sondern wegen dem Ziel, das wir mit ihr erreichen wollen. Wir rufen die Spitzen von nicht-revolutionären Organisationen dazu auf, mit uns gemeinsame Aktionen zu machen. Gleichzeitig treten wir an die Mitgliedschaft dieser Organisationen heran, um sie „von unten“ zu gewinnen. Es gilt: getrennt marschieren, vereint schlagen.

69. Kennst du verschiedenen Arten von Einheitsfronten?

1. Die Arbeitereinheitsfront

Sie wird angewendet um verschiedene Ziele, die im Interesse der Arbeiterklasse sind umzusetzen. Das kann zum Beispiel ein gemeinsamer Streik, eine Demonstration gegen den Faschismus, der Aufbau von Räten oder Ähnliches sein. Hier wenden wir uns ausschließlich an Organisationen, die sich auf die Arbeiterklasse stützen oder die sich auf die Arbeiterklasse orientieren (z.B. SPÖ, ÖGB, KPÖ,…).

2. Die Antiimperialistische Einheitsfront

Sie wird angewendet, um einen Angriff des Imperialismus zurückzuschlagen. Sie wird auf alle Kräfte angewendet, die Opfer imperialistischer Angriffe sind und Einfluß unter Teilen der Massen haben. Ihr Hauptaugenmerk liegt in der praktischen und militärischen Zusammenarbeit gegen den Angriff des Imperialismus, dies kann sich aber auch auf konkrete Aktionen ausweiten (z.B. Demonstrationen).

 

In der Gewerkschaft

70. Was ist unsere Haltung zu Gewerkschaften?

Gewerkschaften sind im Grunde Kampforgane der Arbeiterklasse für ein besseres Leben. Wenn Gewerkschaften Massen der Arbeiterklasse organisieren, aber unter eine reformistischen Führung stehen, dann arbeiten wir in ihnen und versuchen die Bürokratie aus ihren Reihen zu vertreiben und sie zu revolutionären Gewerkschaften zu machen. Wir versuchen aber die Gewerkschaften zu stärken, wo und wie es nur geht. Wo es keine Gewerkschaften gibt, bauen wir selber neue revolutionäre Gewerkschaften auf.

71. Sind wir für die Spaltung der Gewerkschaften?

Grundsätzlich sind wir gegen die Spaltung der Gewerkschaft. Wir glauben, dass die Arbeiterklasse wenn möglich eine Einheitsgewerkschaft braucht, um sich am besten wehren zu können. Trotzdem lassen wir uns von der Bürokratie im Kampf nicht die Hände binden. Wir schlagen auch eigene Aktionen (Streiks, Demonstrationen, Betriebsbesetzungen,…) vor. Die Geschichte hat gezeigt, dass es die Reformisten sind, die die Einheit brechen, v.a. dann wenn Kommunistinnen und Kommunisten die Gewerkschaft übernehmen. Das ist schlecht, aber meist unvermeidlich.

72. Was für Gewerkschaftsarbeit machen wir im Betrieb?

Wir versuchen die Kollegen und Kolleginnen für den Kommunismus zu gewinnen, gleichzeitig machen wir Gewerkschaftsarbeit, das heißt wir gewinnen Mitglieder für die Gewerkschaft, bauen Gewerkschaftszellen auf. Wenn es noch keinen Betriebsrat gibt, schlagen wir vor, einen zu gründen. In Betriebskämpfen oder Streiks stellen wir uns in die erste Reihe im Kampf gegen die Bosse und für mehr Rechte. Wir versuchen den Kampf um alltägliche Verbesserungen des Lebens mit dem Kampf für die Herrschaft der Arbeiterklasse zu verbinden.

73. Wie ist das Verhältnis der revolutionären Organisation zu den Gewerkschaften?

Die Gewerkschaften sind Organisationen zum Kampf für die Rechte von allen Arbeitern und Arbeiterinnen. Die revolutionäre Organisation setzt voraus, dass man für die Herrschaft der Arbeiterklasse und die sozialistische Revolution kämpfen will und den Kampf mitträgt. Sie erzieht also Führer und Führerinnen ihrer Klasse. Die Gewerkschaft soll aber, wenn möglich die gesamte Arbeiterklasse umfassen. Das führt dazu, dass die Organisation oder Partei eine Führungsrolle gegenüber der Gewerkschaft einnimmt.

74. Was ist ein Streik?

Ein Streik bedeutet, dass wir Arbeiter und Arbeiterinnen beschließen, gemeinsam die Arbeit zu verweigern, um so die Bosse daran zu hindern, Profit zu machen. Das kann in Form von Streik im Betreib oder auch durch Demonstrationen auf der Straße in der Arbeitszeit sein.

75. Was ist Streikbruch?

Als Streikbrecher werden jene Arbeiter und Arbeiterinnen bezeichnet, die trotz eines Streiks die Arbeit machen und somit ihre Kollegen und Kolleginnen verraten und auch sich selbst schaden. Das was sie machen, nennen wir Streikbruch.

76. Was sind gelbe Gewerkschaften?

Gelbe Gewerkschaften nennen wir Gewerkschaften, die ausschließlich von den Bossen finanziert und angeleitet werden. Sie dienen ausschließlich ihren Interessen und organisieren z.B. Streikbrecher.

77. Wie können wir die Gewerkschaftsbürokratie zum Kampf zwingen?

Von alleine setzt sich die Gewerkschaftsbürokratie nicht für unsere Rechte in, nur unter dem Druck von unten gibt sie nach und organisiert Kampfaktionen. Solange wir nicht stark genug sind, selbst Kampfaktionen zu organisieren, müssen wir die Gewerkschaftsführung so unter Druck setzen, bis sie nachgibt. Deswegen schlagen wir vor Betriebsversammlungen zu machen um einen Streikbeschluss im Betrieb zu fällen oder Komitees (Aktionsgruppen) an der Basis aufzubauen um konkrete Aktionen zu organisieren. Deswegen treten wir für den Aufbau einer kämpferischen Basisbewegung in den Gewerkschaften ein. Diese Basisbewegung muss es sich zum Ziel machen, Kampfaktionen, wenn nötig auch gegen den Willen der Bürokratie, zu organisieren.

 

Frauenbefreiung

78. Wie drückt sich Frauenunterdrückung aus?

1. Weniger Lohn für die gleiche Arbeit, wie die männlichen Kollegen bekommen.

2. Frauen müssen zu einem Großteil die Last der (unbezahlten) Hausarbeit leisten.

3. Rechtliche Benachteiligung.

4. Sexuelle Unterdrückung durch Missbrauch und Vergewaltigung wie auch Prostitution

5. Ideologische Unterdrückung durch frauenfeindliches Gedankengut, Erniedrigung und Erzeihung zu Rollenbildern.

79. Wie kämpfen wir gegen Frauenunterdrückung?

Wir treten für eine revolutionäre Bewegung der Frauen ein. Wir treten für den engst möglichen Zusammenschluss aller Arbeiter, Arbeiterinnen und Unterdrückten ein. Wir verbinden den Kampf für den Sozialismus mit dem Kampf für Frauenbefreiung, da diese Dinge sich nicht trennen lassen. Wir kämpfen für die Rechte der Frauen schon heute, insbesondere der Arbeiterinnen und der armen Frauen. Kapitalistinnen (auch wenn sie Frauen sind) sind genauso unsere Feindinnen, weil sie Ausbeuterinnen sind.

80. Gab es Frauenunterdrückung schon vor dem Kapitalismus?

Ja, Frauenunterdrückung ist eine Unterdrückungsform, die so alt ist wie die Klassengesellschaft selbst. Auf der Arbeit von Frauen und Sklaven beziehungsweise Leibeigene (Halbsklaven) wurden das Römische Reich oder die Kaiserreiche im Mittelalter aufgebaut. Deswegen müssen wir im Kampf gegen Klassenunterdrückung auch eines ihrer ältesten Merkmale, die Unterdrückung der Frau, beseitigen.

81. Was ist Feminismus?

Feminismus ist eine Strömung, die in der einen oder anderen Weise davon ausgeht, dass „die Frauen“ eine Einheit sind, die ein gemeinsames Interesse haben. In Wirklichkeit wissen wir, dass die Frauen in verschiedene Klassen aufgespalten sind, die miteinander in Widerspruch stehende Interessen haben. Der Feminismus hat sehr viele verschiedene Spielarten, und reicht von einem sehr radikalen „Geschlechterkampf“, („alle Männer sind Täter“), über eine bürgerlich-gemäßigte Variante („Frauenquote in Chefetagen“) zu einem Feminismus, der sich mit sozialistischen Phrasen schmückt.

82. Kann man den Feminismus mit dem Sozialismus verbinden?

Nein, der Sozialismus ist von seinem ganzen Wesen her für Frauenbefreiung (wie auch für die Befreiung anderer unterdrückter Schichten). Er muss nicht andere, nicht-revolutionäre Ideologien zu sich hinzuzählen, um die eine oder andere Sache zu betonen.

83. Was verstehen wir unter Vergesellschaftung des Haushalts?

Die Bürde der Hausarbeit (Kindererziehung, Kochen, Putzen,…) lastet zur absoluten Mehrheit auf den Schultern der Frau. Wir sind für die Vollbeschäftigung von Frauen, denn nur so können sie wirklich unabhängig werden. Wir sind dafür, dass die Hausarbeit von den Schultern der/des einzelnen auf die Gesellschaft übertragen wird. Das bedeutet, dass wir nach der Revolution ein enges Netz an Kinderbetreuungseinrichtungen, öffentlichen Waschküchen und gratis Kantinen/Restaurants zu Verfügung stellen wollen, bezahlt aus der Enteignung der Reichen.

 

Für die Rechte der Migranten und Migrantinnen!

84. Wie drückt sich die Unterdrückung der Migranten und Migrantinnen aus?

1. Weniger Lohn für die gleiche Arbeit, wie sie ihre inländischen Kollegen bekommen. Die Ausbildung die sie in ihrer Herkunftsländer gemacht haben zählt in den neuen Ländern nicht, sie müssen zu einem viel höheren Prozentsatz in den unteren Schichten der Arbeiterklasse arbeiten und sie bekommen eine niedrigere Pension.

2. Unterdrückung ihrer nationalen Kultur und Sprache.

3. Rechtliche Benachteiligung (kein Aufenthaltsrecht, kein Arbeitsrecht, Abschiebungen,…).

4. Organisierung aktiver Verfolgung durch Faschisten und/oder Rassisten.

5. Ideologische Unterdrückung durch ausländerfeindliches Gedankengut und Erniedrigung.

85. Unterscheiden sich Migranten und Migrantinnen aus imperialistischen und halbkolonialen Ländern?

Migranten und Migrantinnen aus imperialistischen Ländern erfahren in der Regel eine viel schwächere Unterdrückung, wenn sie in imperialistischen Ländern leben. Wenn sie in den Halbkolonien leben, werden sie sogar teilweise bevorzugt.

Migranten und Migrantinnen aus den Halbkolonien leben als national unterdrückte und überausgebeutete Minderheit in den imperialistischen Ländern und werden in ihrer Mehrheit als billige Arbeitskräfte ausgebeutet. Auch in den Halbkolonien haben sie oft ein ähnliches Schicksal.

86. Wie kämpfen wir gegen die Unterdrückung der Migranten und Migrantinnen?

Wir treten für eine revolutionäre Bewegung der Migranten und Migrantinnen ein. Wir treten für den engst möglichen Zusammenschluss aller Arbeiter, Arbeiterinnen und Unterdrückten ein. Wir verbinden den Kampf für den Sozialismus mit dem Kampf für nationale und soziale Befreiung der Migranten und Migrantinnen, da diese Dinge sich nicht trennen lassen. Wir kämpfen für die Rechte der Migranten und Migrantinnen schon heute, insbesondere der Arbeiter und Arbeiterinnen. Es gibt nur eine sehr kleine Schicht an migrantischen Kapitalisten oder Kleinunternehmer. Sie sind genauso unsere Feinde, weil sie Ausbeuter sind. Doch oft haben sie großen Einfluss in den Vereinen und Organisationen der Migranten und Migrantinnen. Diesen Einfluss müssen die migrantischen Arbeiter und Arbeiterinnen brechen.

87. Was bedeutet das Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“?

Dieses Prinzip wenden wir für alle Arbeiter und Arbeiterinnen an, insbesondere für besonders unterdrückte Schichten (Migranten, Frauen, nationale Minderheiten, Jugendliche). Es besagt, dass jeder Arbeiter und jede Arbeiterin keinerlei Diskriminierung in der Arbeit wegen der Herkunft, des Alters oder des Geschlechts erfahren darf. Das bedeutet insbesondere nicht weniger Gehalt! Das bedeutet nicht nur, dass für dieselbe Funktion derselbe Lohn gezahlt wird. Oft wird MigrantInnen, Frauen, etc. niedriger Lohn für dieselbe Arbeit gezahlt, weil sie mit anderen, schlechteren Arbeitsverträgen (oft mit Unterstützung der Bürokratie der Gewerkschaften) angestellt werden. Besonders auch unbezahlte Überstunden kommen da auch dazu.

88. Was heißt die Forderung „Recht auf Muttersprache“?

Recht auf Muttersprache heißt, dass alle Menschen, die in einem Land leben das Recht und die Möglichkeit haben sollen, auf Ämtern und Behörden in ihrer Muttersprache zu sprechen. Auch in Schulen und Universitäten muss es die Möglichkeit geben, in der eigenen Sprache unterrichtet zu werden. Wir treten zusätzlich dafür ein, dass es möglich sein muss andere Sprachen zu kostenlos zu lernen (dies muss auch in der Arbeitszeit möglich sein).

89. Wie stehen wir dazu, wenn jemand ein Kopftuch oder einen Turban tragen oder seine Kultur ausleben möchte?

Dieser Wunsch ist das gute Recht von jeder und jedem, spiegelt dies doch die nationale Identität von Migranten und Migrantinnen wieder, die vom imperialistischen Staat unterdrückt wird. Wir sagen: jeder und jede darf seine Kultur (Essensvorschriften, Gebräuche, Feiertage, Gewand, Musik,…) ausleben, solange er oder sie niemand dadurch einschränkt. Wir sind für das Recht das Kopftuch bzw. den Turban in der Schule oder Arbeit zu tragen. Gleichzeitig lehnen wir jeglichen Zwang das zu tun ab.

 

90. Was ist Islamismus?

Islamismus bedeutet, dass man den Islam versucht auf die Politik umzulegen. Es gibt sehr viele verschiedene islamistische Strömungen. Mit machen arbeiten wir auch von Zeit zu Zeit zusammen und machen ein gemeinsames Bündnis. Diese Strömungen sind bürgerlich oder kleinbürgerlich. Es gibt auch linke Islamisten, die versuchen die Ziele des Islam mit dem Sozialismus zu verbinden, auf der anderen Seite gibt es auch sehr rückschrittliche Islamisten (Salafisten, Wahabiten, Taliban,…). Wir verteidigen die Islamisten gegen den Imperialismus oder gegen Faschisten. Doch der politische Islamismus hat letzten Endes keine Antwort für die Befreiung der unterdrückten Klassen.

91. Kann man für den Kommunismus kämpfen und an Gott glauben?

Ja. Auch wenn viele Kämpfer und Kämpferinnen für den Kommunismus nicht an Gott glauben, so ist Gottesglaube kein Widerspruch zur Teilnahme im kommunistischen Kampf. Wir respektieren die religiösen Gefühle von Menschen, solange sie nicht andere Menschen wegen ihrer Religion (oder „Nichtreligion“) unterdrücken. Religionen werden sowohl von den Reichen, als auch von den Armen für ihre Ziele gebraucht. Das Christentum wurde sowohl von den Sklavenbesitzern als auch von den Sklaven in den Südstaaten verwendet und religiöse Muslime kämpfen sowohl gegen den Staat Israel als auch mit ihm (Saudi Arabien, Türkei, Katar…). Wichtig ist nicht was man über das Jenseits denkt, sondern was man für das hier und heute, für eine bessere Welt tut.

 

Für die Rechte von Jugend-lichen und Homosexuellen!

92. Wie werden Jugendliche unterdrückt?

1. Weniger Lohn für die gleiche Arbeit, als ihre älteren Kollegen bekommen.

2. Abhängigkeit von den Eltern.

3. Rechtliche Benachteiligung (im Besonderen wenn sie unter 18 sind).

4. Sexuelle Unterdrückung durch Missbrauch und Vergewaltigung.

93. Wie werden Homosexuelle und Transsexuelle unterdrückt?

1. Rechtliche Benachteiligung.

2. Organisierung aktiver Verfolgung durch Faschisten und/oder rückschrittliche Kräfte.

3. Mißbrauch und sexuelle Gewalt sowie Prostitution

4. Ideologische Unterdrückung durch schwulen- oder lesbenfeindliches Gedankengut und Erniedrigung und Erziehung.

94. Warum sind wir für die Gleichberechtigung von Homosexuellen, Transsexuellen und Jugendlichen?

Weil es in der Welt, für die wir kämpfen, keinen Platz für die Benachteiligung irgendeines Menschen aufgrund des Alters oder der sexuellen Orientierung geben darf. Jugendliche und Homosexuelle sind besonders benachteiligte Gruppen in unserer Klasse. Sie brauchen nicht nur unsere Solidarität, sondern sind aktiver Teil im Kampf für den Sozialismus.

 

Unsere Geschichte und Traditionen

95. Sind Traditionen nicht eigentlich bürgerlich?

Jede Klasse hat ihrer eigenen Tradition, Werte und Geschichte. Die bürgerliche Geschichte zum Beispiel lobt Feldherren, Könige und Ausbeuter, unsere Geschichte lobt Sklavenaufstände, Bauernkriege und Revolutionen. Deswegen haben wir auch unterschiedliche Traditionen sie erinnern sich an Krönungen, die Gründung von Ausbeuterrepubliken oder religiöse Feiertage, wir erinnern uns an heldenhafte Aufstände der Unterdrückten oder wichtige Schritte in der Befreiung der Menschheit.

96. Was kennst du für Feiertage für die Arbeiterklasse?

15.Jänner Ermordung wichtigsten Gründer der Kommunistischen Partei Deutschlands Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Berlin, 1919

12.Februar Aufstand der Arbeiterklasse in Österreich gegen den Faschismus, 1934

8.März Internationaler Kampftag für die Befreiung der Frau

1.Mai Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse, zentraler sozialistischer Feiertag

20./21.August Ermordung des kommunistischen Revolutionärs Leo Trotzki, 1940 von Stalin

6. November Jahrestag der sozialistische Oktoberrevolution 1917, angeführt durch die Bolschewiki die durch Lenin und Trotzki geführt wurden

18.Dezember Internationaler Tag der Migranten und Migrantinnen

97. Was sind die Werte unserer Klasse?

Solidarität mit allen Armen und insbesondere in der Arbeiterklasse

Gleichheit für alle Menschen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Alter

Disziplin im Kampf für die Revolution und die Befreiung unserer Klasse

Arbeit für das Wohl der Gesellschaft und nicht den Reichtum ein paar Weniger

Einheit aller Arbeiter, Arbeiterinnen und Unterdrückten für die Revolution

Bescheidenheit, denn jede Arroganz und Eingebildetheit macht uns blind

Abstinenz, denn Drogen und Alkohol schwächen uns nur im Kampf

Kollektiv-Geist, denn nur mit unseren Klassenbrüdern und –schwestern sind wir stark

Loyalität gegenüber der revolutionären Organisation und dem Sozialismus

Mut und Opferbereitschaft im Kampf für die Befreiung aller Menschen

98. Nenne einige Vorkämpfer des Kommunismus!

Karl Marx, Begründer des Marxismus und der 1.Internationale

Friedrich Engels, Mitkämpfer von Karl Marx und Mitbegründer der 1. und 2.Internationale

Rosa Luxemburg, polnische Jüdin, Kämpferin für revolutionären Sozialismus 1919 ermordet

Karl Liebknecht, deutscher Sozialist, Kämpfer gegen den 1.Weltkrieg, 1919 ermordet

Clara Zetkin, Begründerin der sozialistischen Frauenbewegung und des Weltfrauentags

Larissa Reissner, heldenhafte Kämpferin im russischen Bürgerkrieg, arbeite auch als Spionin

Alexandra Kollontai, Kämpferin für die junge Sowjetunion, 1.Ministerin der Welt

Vladimir Lenin, Begründer der 3.Internationale, Führer der Oktoberrevolution

Leo Trotzki, Begründer der 4.Internationale, Führer der Oktoberrevolution, 1940 ermordet

99. Wer ist ein Genosse bzw. eine Genossin?

Ein Genosse oder eine Genossin ist ein revolutionärer Mitkämpfer oder eine Mitkämpferin. Kein Genosse und keine Genossin ist besser oder schlechter als die anderen, alle haben die gleichen Rechte. Die Organisation stellt sie auf den Platz, an dem sie gebraucht werden (serbokroatisch/bosnisch: Drug, türkisch: Zevk).

100. Was kennst du für Symbole des Kommunismus?

Hammer du Sichel stehen für das Bündnis der Arbeiterklasse mit der Bauernschaft auf dem Weg zum Sozialismus und schlicht und einfach für den Kommunismus, wir verwenden einen 5er über Hammer und Sichel um auszudrücken, dass wir für eine 5.Internationale sind

Roter Fünfzackiger Stern steht für die Vereinigung aller Arbeiter und Arbeiterinnen der fünf Kontinente, der rote Stern soll der Arbeiterbewegung den Weg zum Sozialismus weisen

Rote Fahne ist seit dem Mittelalter die Fahne der Befreiung und des Widerstandes, die Arbeiterbewegung hat sie aufgegriffen und die 2.Internationale zu ihrem Symbol gemacht

Farbe Rot ist eine Signalfarbe sie ist die Farbe des Widerstandes, des Blutes, der Freiheit, der Leidenschaft der Liebe und des Sozialismus

Die Internationale ist die Hymne der internationalen Arbeiterbewegung sie gibt es in mehr als 100 Sprachen (serbokroatisch/bosnisch: Internacionala, türkisch: Enternasyonal)

Die linke, geballte Faust ist der kommunistische Gruß (früher wurde oft mit „Rotfront“ gegrüßt)

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